Landjugend baute innerhalb von 72 Stunden einen Soccer-Court

Lilienthal-Worphausen. Da sackte den Mitgliedern der Landjugend Worphausen/Worpswede doch das Herz in die unteren Regionen. "Ganz zu 100 Prozent" hätten sie die Aufgabe der landesweiten 72-Stunden-Aktion ja nicht erfüllt, erklärte Agent Thomas Murken, der zu Beginn am Donnerstagabend die Aufgabe überbracht hatte, am Sonntag nach vollbrachter Arbeit. Aber die Erleichterung folgte sofort: Die Landjugend habe ihre Aufgabe sogar zu 120 Prozent erfüllt, so der Agent.


Das Ergebnis: Worphausen besitzt jetzt einen allgemein zugänglichen "Soccer-Court", ein kleines, allseitig abgegrenztes Fußballfeld, auf dem spielen kann, wer will. Und um dieses Feld zu bauen, benötigten die 15 bis 25 Jugendlichen und ihre Helfer noch nicht einmal die zugestandenen 72 Stunden vom Donnerstagabend bis zum Sonntagabend. Mit dem Bau waren sie bereits am Sonnabend kurz vor Mitternacht fertig, obwohl einige unvorhergesehene Schwierigkeiten zu bewältigen waren.
Am Donnerstag war noch der Onkel von Organisator Alexander Jablinski mit seinem Motormäher auf der Wiese des TSV Worphausen zwischen Landesstraße und Firma Köster erschienen, und danach wurde im Scheinwerferlicht von zwei Autos das Feld von acht mal zwölf Metern ausgemessen. Am Freitagmorgen ging es mit der Organisation los: Bei der Worpsweder Firma Wasser & Behrens bekam man kostenlos das nötige Holz, das "nur noch" imprägniert und gestrichen werden musste, die Volksbank Worpswede und das Autohaus am Weyerberg spendeten namhafte Geldbeträge, und Getränke Stelljes übernahm die Verpflegung mit Flüssigem. "Ohne unsere Handys wären wir aufgeschmissen gewesen", meint der zweite Vorsitzende Matthias Wichert.
Die Tore des Soccer-Courts hat ein Bekannter der Landjugend zusammengeschweißt, aber mitten bei der Arbeit stellte er fest, dass die Rohre nicht reichten. Da musste also schnell für Nachschub gesorgt werden, was ein Landjugend-Mitglied bis nach Adolphsdorf führte. Ein Kollege fuhr am Morgen sogar nach Hoya, weil nur dort die drei Meter langen verzinkten Ein-Zoll-Rohre aufzutreiben waren, die die Netze des Courts halten.
Am Freitagabend standen die Pfosten. Den Strom für die Säge hatte zunächst ein Notstromaggregat der Feuerwehr geliefert, aber nach einer halben Stunde waren die Jugendlichen von dem Lärm, den das Ding machte, so genervt, dass sie einen Nachbarn um Hilfe angingen. Der hatte dann auch nichts dagegen, dass in seiner Garage die Steckdose angezapft wurde.
In der Nacht von Freitag auf Sonnabend kamen die meisten Mitwirkenden sogar dazu, sich mal für zwei Stunden nach Hause zum Schlafen zurückzuziehen. Am Sonnabend wurden die Wände aufgestellt und Silonetze gespannt. Die Feuerwehr setzte den Platz mit ihrem Tanklöschfahrzeug noch ein wenig unter Wasser, damit es später nicht so staubte, und um 23.30 Uhr war alles geschafft. Am Sonntagmorgen musste nur noch das Einweihungsturnier organisiert werden, zu dem schließlich sieben Mannschaften zusammenkamen. Sieger wurde die Erste Herren des TSV Worphausen, gefolgt von der Ortswehr Worpswede und der Landjugend Worphausen.
Und von nun an kann den Soccer-Court benutzen, wer will - abgeschlossen wird er nicht, die Pflege übernimmt der TSV Worphausen. Matthias Wichert bittet aber darum, pfleglich mit der Anlage umzugehen und Beschädigungen sofort zu melden. "Da stecken 72 Stunden harter Arbeit drin." Organisator Alexander Jablinski wollte dannach - am Sonntagabend - nur noch ins Bett.

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