Wabe-Haus entwickelt Anbau-Modul - Geschäftsbericht: Firma Wabe-Haus stellt selbst entwickeltes Anbau-Modul in Holzrahmenbauweise vor

Lilienthal. Auf dem Gelände von Wabe-Haus an der Worphauser Landstraße 20b legen die Zimmerleute den Endspurt ein. Direkt vor Fertigungshalle bauen sie die neueste Entwicklung des Unternehmens auf: Ein aus Holz gefertigtes Modul, das Prokurist Stefan Wasser und sein Team "Tiny Wabe" getauft haben. Ende der Woche wird das 7,20 Meter lange und drei Meter breite Häuschen mit der Douglasien-Verkleidung zur Besichtigung freigegeben. Das Unternehmen richtet am Sonnabend, 23. November, eine Hausmesse aus. "Das soll der große Gongschlag sein, dass wir wieder da sind", sagt Wasser.

Hinter dem Unternehmen, das auf Häuser in Holzrahmenbauweise spezialisiert ist, liegen schwierige Zeiten. Im März ging die Wasser & Behrens GmbH, die Stefan Wasser vor mehr als 20 Jahren gegründet hatte, in die Insolvenz. Es folgte ein klarer Schnitt: Mit der Wabe-Haus GmbH wurde eine neue Firma gegründet, Investoren stiegen als Gesellschafter ein. Die Mitarbeiter hielten ihrem langjährigen Chef die Treue und setzten ihre Arbeit im neuen Unternehmen fort. "Wir haben einen echten Neustart hingelegt. Es läuft", sagt Stefan Wasser heute.

Die Firma hat sich neu ausgerichtet, zugleich aber an ihren Grundprinzipien festgehalten: Der Bau von Häusern in Holzrahmenbauweise in einem zertifizierten Verfahren steht weiter im Mittelpunkt, doch Wabe-Haus tritt nicht mehr als Generalunternehmer auf, sondern konzentriert sich auf die Rolle des Herstellers. Gemeinsam mit Partnerhandwerksfirmen werden Häuser nach bewährtem Muster errichtet. Die Bauleitung übernimmt jedoch ein freiberuflicher Architekt. "Wir sind immer noch erster Ansprechpartner für Bauwillige. Doch wenn es an den Entwurf geht, holen wir den Architekten dazu", erklärt Wasser.

Der Einstieg der privaten Investoren hat dem Holzrahmenbau-Unternehmen einen Schub gegeben, der geholfen hat, die Insolvenz abzuhaken: Das finanzielle Engagement macht es möglich, dass Stefan Wasser seine Ideen für neue Produkte und Geschäftsfelder verwirklichen kann. Ein Ergebnis ist das "Tiny Wabe". Die Firma greift damit den Trend zu kompakten Häusern auf, die ohne viel Aufwand aufgestellt werden können. Um "Tiny Houses", mit denen Anhänger bestückt werden, geht es in Worphausen nicht. Dort entstehen hochwertige und gut gedämmte Module, die in einem Stück auf einem Grundstück abgestellt werden können, vor allem als Anbau an ein vorhandenes Haus mit einem entsprechenden Durchgang oder auch freistehend. Bei Großprojekten können mehrerer Module auch aneinandergereiht werden.

Als Nutzer hatte Stefan Wasser ursprünglich ältere Leute mit Einfamilienhäusern vor Augen, denen es im Alter zunehmend schwerfällt, ihre oft im ersten Stock befindlichen Schlaf- und Wohnzimmer über die Treppe zu erreichen. Ein ebenerdiger Anbau, der an das vorhandene Haus angesetzt wird, könnte die Voraussetzung schaffen, dass sie trotz aller körperlichen Einschränkungen auf Dauer in ihren eigenen vier Wänden bleiben können. Die kastenförmigen Häuschen werden in der Halle von Wabe-Haus komplett vorgefertigt und dann per Lastwagen und Kran beim Auftraggeber angeliefert. Ein Fundament muss nicht gegossen werden, es reicht, wenn der Untergrund mit Recyclingmaterial befestigt wird. Der Aufbau selbst soll an einem Tag über die Bühne gehen. Stefan Wasser kann sich auch ganz andere Nutzungszwecke vorstellen: Ob Büro, Sauna, Atelier oder Lesezimmer – vieles sei denkbar.

Auch sonst beschäftigt sich Wabe-Haus viel mit der Zukunft des Wohnens. So arbeitet die Worphauser Holzbaufirma neuerdings mit dem Bremer Unternehmen Convivo zusammen, das sich mit Wohnformen im Alter beschäftigt und unter anderem Wohnparks für Senioren verwirklicht. Auch mit dem Bremer Bauträger und Projektentwickler M-Projekt arbeitet Wabe-Haus zusammen.

Die Firma Wabe-Haus richtet am Sonnabend, 23. November, von 11 bis 16 Uhr auf ihrem Gelände an der Worphauser Landstraße 20b eine Hausmesse aus. Es gibt Vorträge zum Thema Wohnformen für ältere Menschen. Architekt Björn Picard wird vor Ort sein genauso wie Partnerfirmen aus dem Handwerk. Wabe-Haus wird einen Einblick in die Wandfertigung bieten und das "Tiny Wabe" vorstellen. Es gibt Kinderschminken, Torwandschießen, einen Food-Truck und eine Verlosung.

Quelle: Wümme-Zeitung, 19. November 2019

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.