Verkehrslage in Worphausen - Nach dem Unfall auf der Worphauser Landstraße gibt es Forderungen nach Tempo 50 am Niels-Stensen-Haus

Lilienthal . Der Verkehrsunfall auf der Worphauser Landstraße, bei dem vorige Woche ein 13-jähriges Mädchen verletzt wurde, soll ein politisches Nachspiel haben: Geht es nach dem CDU-Ratsherrn Pascal Holz, wird sich der Baudienste-Ausschuss der Gemeinde mit der Verkehrssituation in Höhe des Niels-Stensen-Hauses befassen. Lange schon gibt es in Worphausen den Wunsch, dort das Tempolimit für Autos von 70 auf 50 Kilometer in der Stunde zu reduzieren. Bisher sind jedoch alle Ansätze im Sande verlaufen. Der Unfall könnte aus Sicht der Befürworter der Forderung nun einen neuen Schub geben. Oder auch nicht: Denn die Polizei hat keine Anhaltspunkte, dass es sich bei der Worphauser Landstraße um eine sonderlich gefährliche Strecke handelt. Ein Fall für die Verkehrsunfallkommission, die Maßnahmen wie eine Geschwindigkeitsbegrenzung beschließen könnte, ist die L 153 aus Sicht der Polizei nicht.

Pascal Holz und seine Mitstreiter halten Tempo 50 vor allem für angebracht, weil sie die Entwicklung des Bereiches zur neuen Mitte Worphausens im Blick haben: Auf dem Gelände des Niels-Stensen-Hauses entsteht ein Dienstleistungszentrum, in dem unter anderem eine Arzt- und Physiotherapie-Praxis untergebracht werden sollen. Dies bedeutet, dass mehr Autos von der Worphauser Landstraße auf das Gelände abbiegen oder wegfahren. Auch die benachbarte Ortsfeuerwehr sei darauf angewiesen, problemlos Anschluss an die Worphauser Landstraße zu bekommen. Auch dort ändert sich etwas: Die Feuerwehr erhält einen Anbau und soll auch ein weiteres Fahrzeug bekommen. Zusätzlich wird es künftig eine separate Zu- und Abfahrt geben.

Norbert Stegemann von der Stiftung Arbeit und Leben hatte vor einiger Zeit zu verstehen gegeben, dass er es für ziemlich widersprüchlich hielte, wenn Autos an Worphausens neuer Mitte vorbeirauschen. Er hatte daher angeregt, das Ortsschild zu versetzen. Innerorts würde dann automatisch Tempo 50 gelten. Schon als 2017 über die Bauleitplanung für den Neubau des Niels-Stensen-Hauses anstand, wurde das Thema behandelt. "Für die Versetzung des Ortsschildes ist die Erteilung einer straßenbehördlichen Anordnung durch den Landkreis Osterholz erforderlich", heißt es aus dem Rathaus.

Unfallzahlen gehen zurück
Die Worphauser wissen aus der Vergangenheit, dass sich so ein Ortsschild nicht mal eben verschieben lässt. Schon 2003 war das ein Thema, damals ging es um den Abzweig nach Lüninghausen. Die damalige Bezirksregierung erteilte der Gemeinde mit Hinweis auf die nicht vorhandene geschlossene Bebauung eine Abfuhr. An diesen Kriterien hat sich bis heute nichts geändert: Eine Ortstafel darf laut den Vorschriften nur dort aufgestellt werden, wo ein Haus neben dem anderen steht, eine Ortschaft eben klar zu erkennen ist. Dass in Höhe der Lüninghauser Straße jetzt montags bis freitags von 7 bis 16 Uhr dennoch nur noch 50 Stundenkilometer schnell gefahren werden darf, hängt mit der Debatte um die Schulbushaltestelle und die Sicherheit für Grundschüler zusammen, die es vor drei Jahren in der Gemeinde gab.

Die Chancen, dass sich mit Verweis auf das Unfallgeschehen auf der Worphauser Landstraße an der Tempo-Schraube drehen lassen könnte, dürften gering sein. Denn laut Polizei gibt es entlang der gesamten Worphauser Landstraße keine Unfallhäufung. Im Gegenteil: Die Zahl der Unfälle ist rückläufig. Polizeisprecher Jürgen Menzel verweist auf zwölf Unfälle im Jahr 2014, elf im Jahr 2015, zwölf im Jahr 2016, zehn im Jahr 2017 und sechs im Jahr 2018 – Wildunfälle schon eingerechnet. In diesem Jahr ist es zu acht Unfällen auf der Strecke gekommen. Drei Wildunfälle waren darunter. Handlungsbedarf sieht die Polizei nicht.

Was den Unfall vom vergangenen Freitag angeht, bei dem eine Schülerin leicht verletzt wurde, laufen die Ermittlungen weiter. Wie berichtet, war das Mädchen an der Haltestelle aus dem Schulbus gestiegen und wollte die Worphauser Landstraße überqueren, als es von einem Auto im Vorbeifahren erfasst wurde. Der Fahrer stoppte kurz, setzte dann aber seine Fahrt fort, ohne sich um die auf den Boden gestürzte Schülerin zu kümmern. Laut Polizei hat sich ein Zeuge zumindest ein Fragment des Kennzeichens mit Bremer Zulassung gemerkt. Eine Anfrage beim Kraftfahrtbundesamt ergab 30 Treffer. Diesen Angaben werde nun weiter nachgegangen, sagt die Polizei.

Quelle: Wümme-Zeitung, 7. September 2019

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