Köster GmbH: Obst, Gemüse und Brennstoffe - Geschäftsbericht: Johann Köster GmbH ist Großhändler für Obst und Gemüse und liefert auch Brennstoffe

Lilienthal. Die Kombination mag zunächst seltsam erscheinen: eine Firma die zugleich Brennstoffe vertreibt und auch als Großhändler mit Obst, Gemüse und Südfrüchten handelt. Doch sie ergibt Sinn und ist, wie Detlef Köster, Geschäftsführer der Johann Köster GmbH sagt, einzigartig in der Region. Denn der Handel mit dem einen sowie dem anderen sei durch saisonale Spitzenzeiten gekennzeichnet. Das habe schon sein Großvater erkannt.

Nach wie vor ist das mittelständische Unternehmen in Worphausen angesiedelt. 1937 wurde es von Kösters Großvater mit der Zulassung für den Kartoffelhandel gegründet. Dass dies auf lange Sicht nicht ausreicht, sei dem Firmengründer Johann Köster schnell klar geworden. Doch dauerte es einige Jahre – der zweite Weltkrieg kam dazwischen – bis die Firma sich 1947 auch Obst und Gemüse ins Programm aufnahm. 1951 wurde Köster zudem auch Kohlenhändler, später kam Heizöl dazu. So setzt Detlef Köster auch heute noch auf diese zwei Sparten in seinem Betrieb.

Bürozeiten werktags von 3.30 Uhr nachts bis 17 Uhr am späten Nachmittag kennzeichnen den Betrieb, denn Köster beliefert mit seinen Lebensmitteln Supermärkte, Restaurants, soziale Einrichtungen und auch die Mensa der Universität Bremen. Neun Lastwagen sind in Bremen, Bremerhaven, Cuxhaven, Osterholz, Delmenhorst, Verden, Oldenburg, Rotenburg und im Weser-Ems Gebiet unterwegs und liefern frisches Obst aus der Region, exotische Südfrüchte, Gemüse sowie auch Convenianceprodukte wie tellerfertige Salate und küchenfertiges Gemüse aus. Zudem gehören Molkerei- und Bioprodukte oder saisonale Spezialitäten zum Angebot. Zwei Tankwagen sind für den Brennstoffhandel im Einsatz.

Gerade bei Lebensmitteln seien schnelle Umschlagzeiten gefordert. „Innerhalb von 48 Stunden ist alles rein und wieder raus“, sagt Köster. Anders als auf dem Großmarkt in Bremen, wo direkt vor Ort das Obst und Gemüse erworben wird, lässt Köster nach Worphausen anliefern. Je nach Ware und Jahreszeit kommt sie entweder aus der Region oder aus dem Ausland. Ab 21 Uhr werden die Kommissionierer aktiv. Sie bereiten die Bestellungen vor, die ab drei Uhr morgens von den ersten firmeneigenen Lkw abgeholt und ausgeliefert werden. Südfrüchte und Gemüse aus Spanien, Frankreich und Holland, aber auch Exotisches aus Südafrika oder Peru landet in den „Kühlschränken“, wie Köster sagt, auf dem Firmengelände in Worphausen.

Doch hier haben die Kühlschränke völlig andere Dimensionen als die für den Hausgebrauch. Die fünf Kühlhäuser, die in zwei Lagerhallen von insgesamt 1800 Quadratmetern untergebracht sind, verschaffen der Ware mit zwei bis vier Grad eine gleichbleibende Temperatur. In den Lagerhallen ist ebenfalls Platz für Ware, die keiner starken Kühlung bedarf, wie etwa Kartoffeln, Zwiebeln oder auch Bananen.

Die Kühlhäuser fassen vierhundert Europaletten. Um sich die Größenverhältnisse besser vorstellen zu können, erklärt Köster: „Ein Lkw mit Wassermelonen sind zweiunddreißig Paletten.“ Die verkaufe er innerhalb von zwei Tagen an unterschiedliche Kunden in der Region. Die Preise sind Tagespreise und müssen immer wieder neu verhandelt werden.

Morgens sei immer viel los, bis alles in den Lastern untergebracht ist und die Routen für die Fahrer klar definiert sind. Am Nachmittag ist es in der Halle ruhiger. Doch Köster, der mit seinem Headset stets erreichbar ist, muss schon an die nächsten Bestellungen denken. „Man muss schon mit Leib und Seele dabei sein“, meint der Firmenchef lachend. Als allzu stressig empfindet er seinen Job dennoch nicht. Lange Jahre Erfahrung zahlten sich aus, er wisse, wie das Geschäft läuft. Köster wirkt routiniert, redet schnell am Telefon, das sein ständiger Begleiter ist. Alles muss perfekt organisiert und abgestimmt sein, damit der Ablauf reibungslos ist und die Kunden zufrieden sind. „Büro und Lagerlogistik müssen stimmen“, sagt er und erzählt von einem umfangreichen Qualitätssicherungssystem bei Produkten und Lieferung. Seine Autos liefern von Montag bis Sonnabend. Für dringende Eilbestellungen an Sonn- und Feiertagen, so Köster, stelle ein Notdienst sicher, dass bei den Kunden keine Versorgungsengpässe auftreten.

Sonderwünsche würden nach Möglichkeit erfüllt, beispielsweise würden auf Wunsch auch halbe Kisten mit Salat geliefert. Vor kurzem habe ein Kunde nach grünen Kokosnüssen gefragt, darin sollten Drinks serviert werden. „Das war so extrem teuer, das hat er dann doch nicht geordert“, meint Köster. Während im Frühjahr und Sommer die Nachfrage an regionalen Erzeugnissen – Beerenfrüchte, Pfirsiche, Nektarinen, Frühkartoffeln oder Spargel – groß ist, liefen "Fresh-Cut-Produkte", wie tellerfertige Salate, küchenfertiges Gemüse und geschälte Kartoffeln, ganzjährig.

Die Zeit von April bis August sei Hochsaison für den Lebensmittelbereich, „danach fängt das Heizöl an“. Köster liefert als Brennstoffhandel sowohl Heizöl an Hausbesitzer als auch Dieselkraftstoff, Benzin und Schmierstoffe für Fuhrparks, die Landwirtschaft und für betriebliche und freie Tankstellen. Allerdings werden die Brennstoffe aus Bremen geholt und nicht wie Obst und Gemüse angeliefert.

An die 35 Mitarbeiter beschäftigt Köster, vom Fahrer über Kommissionierer bis zu den Bürokräften. Auch habe er immer wieder junge Menschen ausgebildet. "Der Fachkräftemangel gerade bei den Fahrern betrifft uns aber auch", sagt er. Die meisten Beschäftigten seien schon lange im Betrieb, "die wissen, wie die Firma tickt“. Köster ist seit 1988 an Bord, seit 1995 ist er Geschäftsführer.

Quelle: Wümme-Zeitung, 23. Juli 2019

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