Oll’n Handwarkers transportieren das Mühleninventar von Falkenberg nach Worphausen

VON KLAUS GÖCKERITZ

 

Lilienthal-Worphausen. An der Falkenberger Landstraße hat bis vor rund 100 Jahren eine Mühle gearbeitet. Das Gebäude an der Einmündung der Falkenberger Landstraße in die Entlastungsstraße wird im Zuge der Bauarbeiten zur Verlängerung der Straßenbahnlinie 4 abgerissen. Ein Großteil des Inventars bleibt erhalten. Der Verein „Oll’n Handwarkers ut Worphusen“ will die Mühlentechnik und Gerätschaften auf dem Lilienhof an der Worphauser Landstraße in einer Bauhütte zur Schau stellen. Jetzt haben sie die ehemalige Mühle ausgeräumt.

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Der Kranwagen nimmt auch die Mühlsteine auf den Haken. FOTO: HENNING HASSELBERG

Die „ Oll’n Handwarkers“ können einen ordentlichen Schlag ranhauen. Das haben sie beim Bau ihres Handwerkermuseums auf dem Lilienhof und dem weiteren Ausbau schon häufiger unter Beweis gestellt. Das Projekt Falkenberger Mühle wird den Beteiligten aber länger in Erinnerung bleiben. „Es war ein hartes Stück Arbeit, dazu unter großem Zeitdruck“, wie der Vorsitzende Alfred Meierdierks anlässlich des Ausbaus des Mühleninventars feststellte. Bevor ein eigens bestellter Autokran die Teile durch das Dach des Mühlengebäudes ans Tageslicht hob, mussten alle Teile aufgenommen und in einer Inventarliste erfasst werden.

Am Ende hatte sich der Einsatz von bis zu 15 Freiwilligen aber gelohnt: Am Haken des Kranwagens hingen der Reihe nach ein Getriebe, ein Motor, viele Förderbänder und ein rund sechs Meter hohes Mehlsilo mit Schnecke. Der Nachwelt erhalten bleiben aber auch eine Sacknähmaschine nebst rund 100 leerer Mehlsäcke.

Schließlich transportierte ein Lastwagen der Abbruchfirma auch noch zwei schwere Mühlsteine in Richtung Worphausen. Damit ist der erste Teil einer rund dreiwöchigen und intensiven Mühlenaktion zunächst beendet.

Derweil sind die Gerätschaften auf dem Lilienhof an der Worphauser Landstraße in einem Container eingelagert. Dies gilt allerdings nur als Zwischenlösung. Die Handwarker wollen auf dem Gelände eine Bauhütte errichten, um den Besuchern die Mühlentechnik aus erster Hand zu demonstrieren. Die Planungen laufen schon länger, hatten sich aber, wie in die Wümme-Zeitung berichtet, verzögert. Inzwischen ist wieder Bewegung in das Projekt gekommen. „Wir rechnen damit, dass die Arbeiten noch vor der Sommerpause ausgeschrieben und vergeben werden und wir die Hütte noch in diesem Jahr in Betrieb nehmen können“, schildert Johannes Rehder-Plümpe.

Das etwa 180 000 Euro teure Projekt wird maßgeblich von der Europäischen Union gefördert. Antragsteller ist die Gemeinde Lilienthal. Nach Auskunft von Bauamtsleiter Manfred Lütjen ist der Antrag nunmehr entscheidungsreif. Die Baugenehmigung und die Förderzusage lägen vor, zum Sommer sollen die Aufträge vergeben werden.

98 000 Euro von der EU

Die Europäische Union steuert über das Amt für Landentwicklung in Bremerhaven 98 000 und die Gemeinde 7000 Euro zu. Den Rest übernehmen der Landkreis und Landkreisgemeinden. Die Handwarker werden beim Bau der Hütte erhebliche Eigenarbeiten leisten und in der Folge den musealen Part des Projekts übernehmen.

Die ehemalige Falkenberger Mühle ist dem Ausbau der Straßenbahnlinie 4 und der damit verbundenen Verkehrsführung an der Einmündung der Falkenberger Landstraße in die Entlastungsstraße im Weg. Die Gemeinde hat einen Teil des Mühlengeländes gekauft, der Rest verbleibt bei den Eigentümern, wie Manfred Lütjen weiter berichtet.

Das bestehende und inzwischen ausgeräumte Mühlengebäude soll in Kürze komplett abgerissen werden, bevor der Bereich umgestaltet wird. So wird die Einmündung in die Entlastungsstraße einen größeren Radius erhalten, bevor auf der Falkenberger Landstraße die Schienen für die Straßenbahn verlegt werden.

Die Arbeiten werden vermutlich bis ins nächste Jahr dauern.

 

Quelle: Wümme Zeitung, 16. Mai 2012

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