Skulptur von Ingeborg Ahner-Siese durch Uwe Häßler saniert / Künstlerin möchte Gemeinde ein Geschenk machen

Lilienthal-Worphausen. Wer hätte das gedacht? Noch im April dieses Jahres drohte das Kunstobjekt zu verfallen - seit einigen Tagen erstrahlt es in neuem Glanz. Nun kommt die Rettung des "Stillen Malers" - eine Arbeit von Ingeborg Ahner-Siese - an der Landesstraße 133 nicht von ungefähr. Sie ist vielmehr eine Gemeinschaftsaktion des Lilienthaler Kunstvereins und des Worpsweder Künstlers Uwe Häßler. Beide hatten sich schon im Mai spontan bereit erklärt, sich des Problems anzunehmen.

Eine Initiative, die Lilienthals Bürgermeister Willy Hollatz am Dienstagvormittag an Ort und Stelle mit der Malerfigur um die Wette strahlen ließ: "Hier haben wir es mit einer privaten Leistung zu tun, die gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Für die Rettung solcher Kunstobjekte fehlt der Kommune einfach das Geld, so dass wir alle - Politik und Verwaltung - besonders dankbar sind." Und auch die Künstlerin ist von der Aktion beeindruckt: "Selbst hätte ich die notwendige Reparatur aus Altersgründen nicht mehr leisten können. So bin ich froh und dankbar. Mir hat diese Hilfsbereitschaft persönlich richtig gut getan", ließ Ingeborg Ahner-Siese wissen. Ihre Skulptur, die sie anlässlich des Jubiläums "100 Jahre Künstlerdorf Worpswede" geschaffen hatte, steht seit genau zehn Jahren auf dem Areal an der Landesstraße, wo sie nach Ansicht sehr vieler Leserinnen und Leser unserer Zeitung auch stehen bleiben soll. Welchen Stellenwert das Kunstobjekt in der Öffentlichkeit tatsächlich hat, war im April und Mai dieses Jahres mehr als deutlich geworden, denn unsere Redaktion erreichten per Mail und Brief wahre Liebeserklärungen an den Maler. Die WÜMME-ZEITUNG hatte wissen wollen, wie der "Stille Maler" am Straßenrand bisher wahrgenommen wurde und ob er denn, wenn er gerettet werden würde, dort stehen bleiben sollte. Inzwischen ist nicht nur klar, dass er dort seinen Platz behalten wird, sondern auch, dass er, wenn die Politiker es so wollen, in das Eigentum der Gemeinde übergeht. Ingeborg Ahner-Siese möchte ihn, so ließ sie es Bürgermeister Willy Hollatz wissen, zum Geschenk machen. Und Hollatz bedankte sich dafür schon mal vorsorglich.Sichtlich zufrieden über den Sanierungserfolg zeigten sich auch die beiden Vertreter des Lilienthaler Kunstvereins, Joachim Piekuth und Hans Adolf Cordes. "Wir haben die uns zugedachte Steilvorlage in der Kolumne ,Aufgefallen' sofort aufgenommen und haben uns nach nur kurzer Beratung umgehend über den Zustand der Skulptur an Ort und Stelle informiert", erinnerte Joachim Piekuth an den Start der Aktion. "Und wir haben erkannt, dass hier akuter Handlungsbedarf besteht." In einem Gespräch mit dem Worpsweder Maler und Bildhauer Uwe Häßler habe man auch von diesem eine spontane Zusage bekommen, hier tätig werden zu wollen, "so dass wir mit der Rettung beginnen konnten", freute sich Cordes. Dafür habe der Kunstverein die Mittel gern zur Verfügung gestellt.Für diese Bereitschaft bedankte sich die Worphauser Künstlerin am Dienstag denn auch beim Kunstverein, beim Restaurator und Kollegen Uwe Häßler sowie beim Worphauser Schmied Jörg Berendt, der eine neue Palette für den Maler geschaffen hat, mit einer handschriftlichen Würdigung des gemeinsamen Engagements.Er habe nicht lange überlegen müssen, denn hier habe ein Stück Kunst vor dem Verfall gerettet werden müssen, schilderte Uwe Häßler in der ihm eigenen Bescheidenheit seinen Anteil an der Rettung. Drei Tage habe er für die Sanierungsarbeiten gebraucht. Auch der Untergrund der Figur sei isoliert worden. Damit sei nun langfristig die Gefahr gebannt, so dass sich auch künftig noch viele Menschen an diesem Kunstwerk mitten in der Natur erfreuen können. Der "Stille Maler" sei eine Art Leuchtturm in der Landschaft. Und Antke Bornemann als Kulturbeauftragte der Gemeinde, die ebenfalls von einer vorbildlichen Bürger-Kunst-Aktion sprach, hatte denn auch gleich eine Idee: "Vielleicht kann aus dem Maler-Standort ja ein Treffpunkt werden. Schließlich ist ein Parkplatz dort bereits vorhanden."

Quelle: Wümme Zeitung, 20. Oktober 2005 

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