Ausschuss bringt Planungen für die Moorender Straße auf den Weg – Kritik an der Ausgleichsfläche

Lilienthal.An der Moorender Straße in Worphausen gleich neben dem Sonnenblick soll Platz für neue Einfamilien- und Doppelhäuser geschaffen werden. Im Ausschuss für Baudienste stimmte die Mehrheit der Ratsleute jetzt den Vorentwürfen für die Änderung des Flächennutzungs- und des Bebauungsplans zu. Es geht nach derzeitigem Stand um voraussichtlich 36 Grundstücke, auf denen 54 Wohneinheiten entstehen könnten, sofern die Planungen unverändert durchgehen. Als nächster Schritt ist vorgesehen, die Öffentlichkeit und auch die Behörden und andere Träger öffentlicher Belange an dem Verfahren zu beteiligen.

Noch ist das rund 32 000 Quadratmeter große Areal als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen. Vorgesehen ist eine Art Tauschgeschäft: Während der Acker an der Moorender Straße Bauland werden soll, wird ein bereits vorhandenes Baugebiet in eine Fläche für die Landwirtschaft umgewandelt. Es befindet sich zwischen Querreihe, Kiefernweg, Schnaarsweg und der Tennisanlage in Worphausen. Laut Planungsbüro war diese Baufläche jahrelang im Flächennutzungsplan dargestellt, doch Häuser wurden nicht gebaut, weil die Eigentümer konträre Vorstellungen hatten. Der Abschied vom Bauland macht aus Sicht der Gemeindeverwaltung auch Sinn, weil man damit Nachbarschaftsstreitigkeiten wegen der Lärmentwicklung auf der Sportanlage vermeiden kann. Mehr Sinn macht aus Sicht der Gemeinde die Bebauung an der Moorender Straße, um dort die Eigenentwicklung der Ortschaft voranzubringen. Im Ausschuss gab es aber auch kritische Stimmen zur geplanten Bebauung: Reinhard Seekamp (Die Linke) störte sich etwa daran, dass im Bebauungsplan eine Grundflächenzahl von 0,3 erlaubt werden soll, also 30 Prozent des Grundstücks bebaut werden dürfen, obwohl in Worphausen in vielen Bereichen sonst nur die 20 Prozent-Marke gilt. CDU-Mann Marcel Habeck sah darin kein Problem, so sei es möglich, dort mehr Wohnraum zu schaffen und sparsam mit Flächen umzugehen.

Die "Note fünf" gab Grünen-Ratsherr Hanno Dehlwes den Planern für die vorgesehene Ausgleichsfläche, die den Eingriff in die Natur kompensieren soll. Ihn störte, dass sie an einem Standort für Windräder in der Gemeinde Wilstedt liegen soll. Dehlwes hält das Gelände für wenig geeignet, damit sich dort zum Beispiel seltene Vögel tummeln, musste sich aber auch erklären lassen, dass es in erster Linie darum geht, den Bodenverlust auszugleichen. Bauabteilungsleiter Stephen Riemenschneider wies darauf hin, dass letztlich der Landkreis entscheiden müsse, ob eine Ausgleichsfläche geeignet sei. Dehlwes Antrag, nach einer anderen Ausgleichsfläche zu suchen, fand im Ausschuss keine Mehrheit. Das galt auch für die Anregung von SPD-Ratsherr Rolf Nordmann, den Bauherren Vorgaben für die Haus-Gestaltung zu machen.

Quelle: Wümme-Zeitung, 21. März 2019

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