Für ihre besonderen Verdienste um die Geschwister von behinderten Kindern wurde Marlies Winkelheide (71) mit der Ehrennadel der Gemeinde Lilienthal ausgezeichnet.

Lilienthal. Für ihre besonderen Verdienste um die Geschwister von behinderten Kindern wurde Marlies Winkelheide (71) am Donnerstag mit der Ehrennadel der Gemeinde Lilienthal ausgezeichnet. Seit zehn Jahren leitet sie die nach dem bekannten Kinderarzt, Pädagogen und Buchautoren Janusz Korczak benannte Geschwisterbücherei im Ortsteil Worphausen an der Worphauser Landstraße 51. „Sie sind die Expertin, wenn es um die Gefühle von Geschwisterkindern geht“, sagte Bürgermeister Kristian W. Tangermann bei der Verleihung von Ehrennadel und Urkunde in den Räumen der Bücherei, die auch ein Ort der Begegnung und vor allem eine Beratungsstelle ist. Aus nicht weniger als zwölf Bundesländern kamen betroffene Kinder und ihre Familien, um bei der Verleihung dabei zu sein.

Seit den 80er-Jahren beschäftigt sich Marlies Winkelheide mit den Geschwistern von behinderten Kindern. „Diese müssen sich oft auf den Kopf stellen, um in der Familie wahrgenommen zu werden“, erklärt sie ihre Beweggründe. Umgekehrt sei es für Eltern von behinderten Kindern nicht leicht, dem gesunden Geschwisterkind Aufmerksamkeit zu schenken. Die Auszeichnung vorgeschlagen hatte übrigens der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Lilienthal, Willy Hollatz, der das Projekt von Marlies Winkelheide von Anfang an unterstützt hat.

Der heutige und der frühere Bürgermeister erhielten von Marlies Winkelheide eine Federmappe mit kleinen Denkanstößen, darin war unter anderem ein Radiergummi, denn, so Winkelheide: „Das Leben ist zeichnen ohne Radiergummi.“ So sei auch die Bibliothek mit einer der größten Büchersammlungen zum Thema Geschwisterkinder zeitweise in schwieriges Fahrwasser geraten, berichtet Winkelheide, die ihr Projekt ausschließlich aus Spenden finanziert. Sie würde sich wünschen, dass noch mehr Lilienthaler das Angebot wahrnehmen. So berichtete eine Familie aus der Nachbarschaft, die ein autistisches Kind hat, von der unkomplizierten Hilfe, die sie bei Marlies Winkelheide erfahren hat. „Wir haben gar nicht gewusst, dass es so etwas gibt“, erklärte die Mutter.

Quelle: Wümme-Zeitung, 10. Januar 2020

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