Die Heimotfrünn und die Olln‘n Handwarkers laden zu ihren beiden Saisoneröffnungsveranstaltungen ein

Lilienthal. Mitten im Lilienthaler Ortsteil Worphausen liegt der Lilienhof, auf dem in den vergangenen Jahrzehnten eine Hofanlage mit sehenswerten Gebäuden entstanden ist.

Seit Mitte der 1980er-Jahre haben hier zwei Vereine, die „Oll‘n Handwarkers ut Worphusen un annere Dörper“ und die „Worphüser Heimotfrünn“ sieben historische Gebäude errichtet, die in anderen Orten der Region vom Verfall bedroht und zum Abbruch bestimmt waren. Diese wurden von Mitgliedern beider Vereine geborgen und abgetragen und auf dem Areal in Worphausen wieder aufgebaut.

Heute besteht der Lilienhof aus einer großen Bauernhofanlage mit Bauernhaus, Backhaus, Spieker, Scheune, Schafstall und Bienenstand und einem Ensemble von handwerklich genutzten Gebäuden, dem Handwerkerhaus und dem Handwerkermuseum. Hinzu kommen zwei neu errichtete Werkstattgebäude, die Bauhütte und die Schmiedehütte.

Den Auftakt der Saison der „Oll‘n Handwarkers ut Worphusen un annere Dörper“ bildet an diesem Sonntag, 28. April, der Gewerkeschauttag. Um 11 Uhr eröffnet das Handwerkermuseum seine Tore und Türen. Es werden Vorführungen alter Handwerksberufe gezeigt. Die Küche hält wieder Kaffee und Kuchen bereit.

Eine Feier war es auch, die zur Gründung des Vereins führte. Als am 1. Juni 1973 die Einweihung des wieder aufgebauten Spiekers in Tarmstedt zelebriert wurde, beschlossen mehrere Freunde die Gründung der Handwerkergruppe. Das war die Geburtsstunde der Oll´n Handwarkers. Über die Jahre wurde daraus die „Oll‘n Handwarkers ut Worphusen un annere Dörper“. Der Verein trug einen stattlichen Fundus an altem Handwerksgerät und Ausrüstung, historischem Werkzeug und Maschinen, und sogar ganze Werkstätten zusammen.

Für die Nachwelt

Die Mitglieder der Oll‘n Handwarkers haben es sich zur Aufgabe gemacht, aussterbende Berufe der Nachwelt zu erhalten, zu hegen und zu pflegen. Dazu gehört das Betreiben eines Handwerkermuseums. Sie führen alte Gewerken vor, beteiligen sich an historischen Märken, halten selbst welche ab und pflegen das dazugehörende Brauchtum und die plattdeutsche Sprache. „Dat Ole ehren, dat Nee hören, dat Gode mehren, dat Slimme wehren!“ Diesem Motto fühlen sich die Oll‘n Handwarkers verpflichtet.

In dem kleinen Handwerkerhaus sind Ausschnitte handwerklichen Lebens und Wohnens in früherer Zeit und Exponate regionaler Handwerksgeschichte zu sehen. Im Handwerkermuseum, das ursprünglich 1747 in Magelsen im Altkreis Grafschaft Hoya errichtet wurde und damals auf einem Siebenmeierhof als Pferdestall genutzt wurde, befinden sich auf zwei Etagen verschiedene Gewerke. Im Erdgeschoss sind das Drucker, Maler, Sattler, Schlosser, Schuhmacher, Stielmacher, Tischler, Zimmerer, Werkzeugschleifer und Zigarrenmacher. An Gewerke-Schautagen kommen Glaskunst und Seilerei dazu.

Im Obergeschoss finden die Besucher historische Büromaschinen und das historische Fernmeldehandwerk, Porzellanmalerei und die Textilgewerke Klöppeln, Schneidern Spinnen, Weben vor. Im Dachgeschoss sind das Museumsdepot und das Archiv untergebracht. In der Bauhütte arbeiten die Gewerke Drechsler, Dreher, Müller, Schlosser und in der neu erstellten Schmiedehütte Schmied und Schlosser. An Gewerke-Schautagen kommen Steinmetz und Maurer dazu. Zudem gibt es im Handwerkermuseum das Museumscafé, Zunftraum, Küche und Flett. Diese Räume werden vom Verein auch für private Feiern vermietet. Die Worphüser Heimotfrünn eröffnen ihre Saison am Mittwoch, 1. Mai, traditionell mit ihrem Backtag. Von 11 bis 17 Uhr wird ein buntes Programm geboten, auch die Kinder kommen auf ihre Kosten.

Die Worphüser Heimotfrünn sind der Heimatverein der bis 1974 selbstständigen Gemeinde Worphausen. Ziel des 1977 gegründeten Vereins ist die Vertretung Worphauser Interessen und darüber hinaus das von allgemeinen Heimatinteressen. Dazu zählen die Pflege der plattdeutschen Sprache, die Erhaltung alter Gebäude und Gegenstände, der Volkstanz und das Laienspiel, die Fertigkeiten Spinnen, Stricken und Backen, als Belege bäuerlichen Handwerks vergangener Zeiten. Dazu war es wichtig, ein eigenes Domizil zu schaffen. Auf einem von der Gemeinde bereit gestellten Grundstück an der Worphauser Landstraße entstand der Lilienhof. Als erstes wurde das Backhaus errichtet (1983/84), es folgten das Bauernhaus (1983 bis 1987), die Scheune (1985), der Spieker (1990), der Schafstall (1988 bis 1991).

Inzwischen ist der Lilienhof weit über die Grenzen Lilienthals hinaus bekannt. Insbesondere zu den Backtagen kommen viele Gäste von nah und fern um sich mit Kaffee und Kuchen und einem bunten Unterhaltungsprogramm verwöhnen zu lassen und das im Backhaus, im Steinbackofen frisch gebackene Brot, den leckeren Butter- und Wickelkuchen zu genießen.

Seit dem Sommer 2001 sind im Bauernhaus auf dem Flett auch standesamtliche Trauungen möglich. Vereinsmitglieder können die Anlage für private Feiern mieten.

Weitere Informationen zu den Vereinen und deren Angebot gibt es im Internet auf den Seiten www.lilienhof-worphausen.de und www.olln-handwarkers.de.

Quelle: Wümme-Zeitung, 28. April 2019

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