Theatergruppe De Worphüser feiert mit Bekannten und Verwandten Vorpremiere – Vorstellungen ausverkauft

Liilenthal. „Originaler geht es nicht“, sagt Klaus Meyer voller Begeisterung und blickt aus den oberen Zuschauerrängen hinunter auf das Flett des Lilienhofs. Mit dem Start in die aktuelle Saison hat die plattdeutsche Theatergruppe „De Worphüser“ auf dem Lilienhof in Worphausen eine neue Spielstätte gefunden. Zum ersten Mal spielt sie nun zwischen den musealen Möbelstücken und Werkzeugen – Kulisse und Original sind auf dem Lilienhof ein und dasselbe.

„Wir sind Flüchtlinge und haben von den Worphüser Heimotfrünn Asyl erhalten“, berichtet Regisseur Klaus Meyer den Besuchern der Vorpremiere in allerbestem Plattdeutsch. Weil sich aber nicht nur der Ort der Theateraufführungen änderte, sondern auch die Zahl der verfügbaren Plätze, erklärte das Theaterensemble kurzerhand die Generalprobe zur Vorpremiere.

„Es ist die Not“, betont Meyer. Hatten Verwandte, Kinder und Freunde während der regulären Aufführungen in Gerdes Landhaus bislang die Gelegenheit, sich die Stücke von den „unattraktiven Plätzen“ aus anzuschauen, gibt es diese Möglichkeit auf der Diele des Lilienhofs nicht. Denn alle Vorstellungen sind bereits ausverkauft. Sogar 20 zurückgekommene Karten waren nach einem Bericht in unserer Zeitung innerhalb von zwei Stunden vergriffen. Durch die Vorpremiere hatten nun zum Beispiel auch Heike Brüning und ihre „Plattdütsche Kinner- und Jugendgrupp bi de Heimotfrünn“ die Chance, sich das neue Stück „Dat Hörrohr“ vorab anzuschauen.

Fiebern und spucken

Kurz bevor es losgeht, pflegen die Schauspieler noch ihre Rituale. „Sie nehmen sich immer in den Arm, spucken dreimal über die Schulter und sagen toi, toi, toi. Sich für die guten Wünsche zu bedanken, das aber geht gar nicht“, erklärt der Regisseur. Hinter den „Kulissen“ herrscht zur Vorpremiere Betriebsamkeit, Aufregung aber ist nicht zu spüren. Trotzdem hat Erwin Bornemann, der die Rolle des schwerhörigen Opas Meiners spielt und seit 36 Jahren auf der Bühne steht, immer noch Lampenfieber. Nach der Premiere ist das dann vorbei. Jörn Meyer-Melloh in der Rolle des Hamburger Gastwirts Arnold Hogeback geht es da nicht anders. „Ein bisschen Lampenfieber gehört einfach dazu.“

Dreimal klingelt es im Zuschauerraum und auf der ebenerdigen Bühne. Dann wird es mucksmäuschenstill und finster. Die Atmosphäre ist familiär, wenn Klaus Meyer die Theaterfreunde auf dem Lilienhof begrüßt und die Charaktere zum Kennenlernen kurz auftreten lässt. „Dat Hörrohr“ sei zwar Teil des Repertoires des Ohnsorg-Theaters, Schauspiellegende Henry Vahl aber habe niemals die Rolle des Opa Meiners gespielt, klärt er auf.

„De Worphüser“ stehen in bester Tradition des plattdeutschen Theaters. Mit „Dat Hörrohr“ zeigen Erwin Bornemann, Wilfried Schumm, Christa Kuttler, Pia Klutentreter, Mario Bornemann, Manfred Meyer, Anja Stelljes, Jörn Meyer-Melloh und Sonja Brüggemann alle Facetten ihres schauspielerischen Könnens. Sie bespielen die neue Bühne in vollem Umfang und nehmen die Zuschauer mit ihrer Situationskomik für sich und ihre Charaktere ein. Die Generalprobe ist geglückt, diesen Freitag ist Premiere – auch sie ist ausverkauft.

Quelle: Wümme-Zeitung, 05. April 2019

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