Lösung für insolventes Bauunternehmen: Wabe Haus GmbH fertigt künftig Holzhäuser in Rahmenbauweise an

Lilienthal. "Der Weg ist noch nicht zu Ende", hatten sich die Mitarbeiter der Wasser & Behrens GmbH geschworen, als vor gut einem Monat der Insolvenzantrag für das Bauunternehmen gestellt wurde. Sie sollten Recht behalten: Mit einer Unternehmensgründung und dem Einstieg zweier Investoren gibt es nun einen Neustart am alten Standort. Der klare Schnitt bietet dem Unternehmerehepaar Stefan und Sonja Wasser und dem 15-köpfigen Team die Perspektive, auf die sie gehofft haben. An der Worphauser Landstraße 33 werden weiterhin hochwertige Holzhäuser in Rahmenbauweise gefertigt.

Stefan Wasser ist die Erleichterung darüber anzusehen, dass sich eine Lösung gefunden hat und die Arbeitsplätze gesichert werden konnten. Am Dienstag wurde die Gründung der Wabe Haus GmbH unter Dach und Fach gebracht, unter deren Regie die Holzrahmenbau-Häuser künftig gebaut werden sollen. Damit heißt die Firma nun so wie die Marke, unter der die Häuser schon bisher angeboten worden sind. Die Investoren, die Geld in die neue Firma gegeben haben und als Gesellschafter eingestiegen sind, stammen aus dem privaten Umfeld des Ehepaars Wasser. Alle Mitarbeiter vom Zimmermann bis zum Architekten sind von dem Betrieb nahtlos übernommen worden. "Mit einer soliden finanziellen Ausstattung und der altbewährten Kompetenz sehen wir der Zukunft nun wieder positiv entgegen", sagt der 46-jährige Wasser.

Vom Tisch ist eine ebenfalls mögliche Fremdübernahme des Bauunternehmens: Laut Stefan Wasser meldeten sich in den vergangenen Wochen zahlreiche Kaufinteressenten. Bei etlichen Gesprächen habe sich gezeigt, dass es ihnen vornehmlich darum gegangen sei, an das über 20 Jahre aufgebaute "Know-how" heranzukommen. Andere Betriebe sprachen gezielt Mitarbeiter mit dem Angebot an, doch zu ihnen zu wechseln. Doch die Abwerbeversuche scheiterten: Die Belegschaft war sich einig, auch in schwierigen Zeiten zusammenzustehen. „Das war der große Trumpf“, sagt Wasser.

In der neuen Firma wird Stefan Wasser als Prokurist tätig sein, seine Frau Sonja ist Geschäftsführerin. Um zu verhindern, dass noch einmal eine finanzielle Schieflage entsteht, soll unter anderem das Risikomanagement neu strukturiert werden. Bei aller Euphorie über den Neustart: Das Insolvenzverfahren und die Folgen für die Gläubiger, die möglicherweise viel Geld verlieren, haben Stefan Wasser auch ziemlich nachdenklich gestimmt. "Es gibt auch die andere Seite der Medaille, das vergesse ich nicht. Eine Insolvenz ist nichts Schönes."

Wasser berichtet, dass er in den vergangenen Wochen auch viel Zuspruch von anderen Unternehmern, Bauherren und Partnerfirmen erlebt hat. Auch die Familie habe geholfen und den Wassers Mut zugesprochen. Stefan Wasser hofft darauf, dass die Partnerfirmen, mit dem Wasser & Behrens oft schon über Jahre zusammengearbeitet hat, auch für die neue Firma tätig werden.

Zu den Ursachen der Insolvenz sagt Stefan Wasser, es sei eine "Verkettung ungünstiger unternehmerischer Risiken gewesen", die die Firma in Schwierigkeiten gebracht habe. Letztlich habe es keine andere Möglichkeit mehr gegeben, als sofort zu handeln und den Insolvenzantrag zu stellen. "Die Insolvenz war nicht geplant. Sie ist eine ohne Netz und doppelten Boden", betont Stefan Wasser.

Quelle: Wümme-Zeitung, 05. April 2019

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