Verein kann Gelände des Niels-Stensen-Hauses nicht nutzen – Suche nach Standort geht weiter

Lilienthal. Bei den Plänen für die Gründung einer freien Schule in Lilienthal gibt es einen Rückschlag für die Initiatoren vom Verein Entfaltungspunkte: Die Schule wird nicht wie beabsichtigt auf dem Gelände des Niels-Stensen-Hauses in Worphausen starten können. Der Vorstand des Fördervereins Leben und Arbeiten hat den Schulgründern mitgeteilt, dass sie ein vorgesehenes freies Grundstück nun doch nicht vorübergehend nutzen können, um dort Container für den Unterricht aufzustellen. Nun geht die Suche nach einem passenden Standort von vorne los. Unter den Eltern, die ihre Kinder auf die neue Schule schicken möchten, wächst die Ungeduld.

Im Niels-Stensen-Haus hat man nichts gegen die freie Schule, im Gegenteil, allerdings kollidieren die Zeitpläne für die Nutzung des Grundstücks inzwischen. Der Förderverein Leben und Arbeiten will auf dem Gelände ab 2020 ein zweites neues Gebäude errichten, ein drittes Bauvorhaben ist für Ende 2021 angestrebt. Als der Verein im Mai vergangenen Jahres gefragt wurde, ob er für die freie Schule eine Fläche bereitstellen könne, waren die Beteiligten noch von einem Starttermin der Schule im Sommer 2018 ausgegangen. "Unter diesen Voraussetzungen hätte der befristeten Verpachtung nichts im Wege gestanden. So haben wir die Pläne gemeinsam verfolgt", berichtet Vorstandsmitglied Karsten Kahlert.

Doch es kam anders: Bis heute läuft das Antragsverfahren für die Schulgründung sowohl beim Bauamt als auch bei der Schulbehörde. Die Initiatoren gingen zuletzt zwar davon aus, dass bis zu den Sommerferien 2019 alles unter Dach und Fach sei. Doch damit hätte der Förderverein Leben und Arbeiten seine eigenen Nutzungspläne um mindestens ein Jahr zurückstellen müssen. Zudem sahen die Verantwortlichen das Risiko einer weiteren Verzögerung bei der Erteilung der notwendigen Genehmigungen. "Daher haben wir zu unserem eigenen Bedauern vom Angebot der dreijährigen Verpachtung Abstand nehmen müssen", erklärt Kahlert.

Die Absage aus Worphausen ist eine Enttäuschung für die Verantwortlichen des Vereins Entfaltungspunkte. "Natürlich hätten wir uns das anders gewünscht. Wir fühlten uns schon ziemlich sicher und gut aufgehoben", sagt Vorstandsmitglied Jan Tews, der zugleich Verständnis für die Entscheidung des Niels-Stensen-Hauses hat. Statt sich zu grämen, richtet der Initiator aus der Lüneburger Heide lieber den Blick nach vorn und will die Hoffnung nicht aufgeben, dass es mit der Schulgründung in Lilienthal und Umgebung doch noch klappen könnte. "Es gibt bereits Gespräche mit einem Träger der Jugendhilfe. Es gibt auch ein Gewerbeobjekt, bei dem geprüft werden muss, ob es als Schule nutzbar wäre. Es geht also weiter", sagt er. Fraglich ist allerdings, ob der angepeilte Starttermin nach den Sommerferien zu halten sein wird. "Im besten Fall klärt sich alles sehr schnell, oder aber wir müssen das Ganze noch mal um ein halbes Jahr verschieben", sagt Tews.

Unterdessen versuchen auch die Eltern, die ihre Kinder zur freien Schulen schicken möchten, die Umsetzung der Pläne zu beschleunigen. Öffentlichkeitsarbeit, Fundraising und Gebäudesuche sind die Themen, um die sie sich nun verstärkt kümmern wollen. Die Eltern setzen nach wie vor darauf, dass die freie Schule mit Grund- und Gesamtschule wie vorgesehen nach dem Sommer loslegen kann. Die Hängepartie macht es für viele schwer, weiter zu planen: Sollen die Kinder nach den Ferien doch zur staatlichen Grundschule gehen? Was ist mit der weiterführenden Schule? Das sind Fragen, die die Eltern umtreiben. Manche erleben nach eigenem Bekunden derzeit einen Albtraum, weil sie mit ihren Familien schon dabei sind, wegen der Schule in Lilienthal ein Haus zu kaufen, und sie nun unsicher sind, ob und wie es weitergeht.

Für die Schulgründung ist der Verein auf der Suche nach einem Grundstück oder einem Gebäude in einem Mischgebiet, das gepachtet oder später auch gekauft werden könnte. 2000 Quadratmeter sollte die Fläche in etwa groß sein, heißt es. Am 30. März soll ein weiteres Info-Treffen für Eltern und Kinder stattfinden.

Quelle: Wümme-Zeitung, 13. März 2019

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie Sie sie löschen können erfahren Sie in unseren Datenschutzerklärungen.

  Ich akzeptiere Cookies von dieser Seite.
EU Cookie Directive Module Information