Ex-CDU-Ratsherr Gerber wehrt sich gegen SPD-Pläne zur Aufstufung / Auch Querdenker warnen vor Kreisstraße.

Lilienthal. Der Streit über die Lüninghauser Straße geht weiter. Während die SPD davon ausgeht, dass die Gemeindestraße zur Kreisstraße hochgestuft werden muss, warnen die Querdenker davor. Wenn der Landkreis nicht mitspiele, drohe eine langjährige Auseinandersetzung mit einem Ministerentscheid am Ende. Damit sei den Bewohnern der Lüninghauser Straße überhaupt nicht geholfen. Unterdessen hat sich auch der frühere CDU-Ratsherr Rudgar Gerber in die Diskussion eingeschaltet. Er sei empört über die Absicht der SPD, die Lüninghauser Straße zur Kreisstraße aufzustufen, schrieb er in einem Brief an die Lüninghauser.

Jurist und SPD-Kandidat Rolf Nordmann: Fakten sind eindeutig, Meinungen uninteressant

Lilienthal. Mit Gesetzen kennt sich Rolf Nordmann aus. Der 79-jährige Sozialdemokrat ist Jurist. Was er über die Lüninghauser Straße in der Zeitung liest, ärgert ihn maßlos. Die Politiker im Rat streiten immer noch darüber, ob die marode Gemeindestraße zur Kreisstraße hochgestuft werden sollte oder nicht. Christdemokraten wie der CDU-Landtagsabgeordnete Axel Miesner warnen davor, es sich mit dem Landkreis zu verderben. Im Kreistag werde es ohnehin keine Mehrheit dafür geben.

All das geht nach Nordmanns Überzeugung völlig an der Sache vorbei. Es zählten einzig und allein die Fakten, sagt der SPD-Mann, der für den Lilienthaler Rat kandidiert. De facto ist die Lüninghauser Straße nach seinen Worten jetzt schon eine Kreisstraße, weil der überörtliche Verkehr weit überwiegt: „Wie die Lüninghauser Straße einzustufen ist, haben die Verkehrsteilnehmer längst entschieden. Es sind überwiegend Transitverkehre.“

Transport kostet Lilienthal 8000 Euro

Lilienthal. Ein Großraumtaxi bringt sieben Jungen und Mädchen aus Lilienthal jetzt jeden Tag zur Grundschule nach Worphausen. Darüber informierte der Leiter der Hauptabteilung im Rathaus, Rüdiger Reinicke, den im Rathaus tagenden Schulausschuss. Wie berichtet lässt sich die Gemeinde den sicheren Transport der Kinder aus dem Ortskern 8000 Euro kosten.

Weil der Regionalbus der Linie 670 in Worphausen nur an der  Landesstraße hält, sodass die Sechs- bis Zehnjährigen jeden Morgen die stark befahrene Straße überqueren müssten, zahlt die Gemeinde zwei Jahre lang ein Großraumtaxi – so lange, bis auch die Schroeterschule am Konventshof im Sommer 2018 ihren Ganztagsbetrieb aufnimmt.

Wie funktioniert die neue Lösung? Nach Reinickes Worten fahren sechs Jungen und Mädchen aus dem Lilienthaler Ortskern zunächst mit der Linie 4 bis zur Endhaltestelle in Falkenberg. Ein Kind aus Trupermoor kommt mit dem Bus der Linie 270 und stößt dazu. Dann steigen die sieben Jungen und Mädchen ins Großraumtaxi, das sie nach Worphausen bringt.

Umsteigen am Falkenberger Kreisel, wo Straßenbahnen und Busse ihre Kreise drehen und der Autoverkehr in beide Richtungen fließt? Ist das nicht viel zu gefährlich für Sechs- bis Zehnjährige? Reinicke beruhigte Skeptiker im Ausschuss mit seiner Botschaft, dass die Kinder in Falkenberg nur aus dem Bus oder aus der Straßenbahn steigen und sich dann nicht mehr vom Fleck rühren. Denn das Großraum-Taxi kommt zu ihnen; es fährt auf die Schienen vor der Haltestelle und lässt die Kinder einsteigen.

Quelle: Wümme-Zeitung, 05. September 2016

Umbau der Grundschulen Trupermoor und Worphausen verteuert sich durch Brandschutzauflagen

Lilienthal. Der Umbau der Grundschulen in Trupermoor und Worphausen dauert nicht nur länger als geplant, er wird auch teurer. Im nächsten Jahr muss die Gemeinde in ihrem Haushalt weitere 300?000 Euro für die beiden Schulen einplanen, um alle Brandschutzauflagen zu erfüllen. Darüber informierten der zuständige Fachbereichsleiter im Rathaus, Jürgen Weinert, und der Leiter des Gebäudemanagements, Frank Stelljes, die Mitglieder des Schulausschusses.

Die Gemeinde habe alles daran gesetzt, die Grundschulen in Trupermoor und Worphausen bis zum Beginn des Schuljahres im August 2016 zu sanieren und sie für den Ganztagsbetrieb zu rüsten, betonte Stelljes. Doch das sei wegen der Brandschutz-Auflagen des Landkreises nicht möglich gewesen, bedauerte der Leiter des Gebäudemanagements.

Lilienthal. Die Rüge dürfte nicht ganz überraschend gekommen sein, vielleicht war sie sogar schon einkalkuliert. Bei der Prüfung der Bücher durch das Rechnungsprüfungsamt gab es Lob für die leicht verbesserte Haushaltslage der Gemeinde, Tadel aber für ein konkretes Projekt: die Ausbesserung der Lüninghauser Straße. Die rot-grüne Mehrheit im Rat hatte beschlossen, dort nur das Nötigste zu tun und den Ausbau auf die freie Strecke begrenzt. In Siedlungsbereichen, wo Anlieger bei einem Vollausbau kräftig zur Kasse gebeten worden wären, wurden nur ramponierte Streifen der Fahrbahn repariert. Die beschlossene Variante sei die unwirtschaftlichste, rügten die Kreisprüfer.

Dass der Rat eine Straßenausbaubeitragssatzung beschlossen hat, sie aber nicht anwendet, um betroffene Bürger zu schonen, stieß dem Rechnungsprüfungsamt sauer auf. „Wenn eine Straßenausbaubeitragssatzung existiert, dann sollten deren Bestimmungen auch bei der Finanzierung entsprechender baulicher Maßnahmen herangezogen werden“, schreiben die Prüfer. „Baumaßnahmen nur so zu beschließen und auszuführen, dass die Bestimmungen dieser Satzung keine Anwendung finden, ist insbesondere im Hinblick auf die finanzielle Situation der Gemeinde Lilienthal nicht angebracht.“

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