Rat verabschiedet Resolution zum Umbau der Kreuzung zwischen Bergedorf, Westerwede und Wörpedahl

Die Kreuzung Bremer/Wörpedahler/Westerweder und Bergedorfer Straße könnte zum Kreisel werden – hofft  der Worpsweder Rat. (Hans-Henning Hasselberg)Worpswede. Die fünfarmige Kreuzung am südlichen Eingang von Worpswede soll zu einem Kreisverkehr umgebaut werden. Darüber war der Gemeinderat sich in seiner jüngsten Sitzung einig. Bezweifelt wurde allerdings, dass allein mit einem Kreisverkehr die Lastwagen aus dem Ortskern herausgehalten werden können.

Ab dem nächsten Jahr soll die Bergedorfer Straße (Kreisstraße 28) zwischen der Einmündung in die Worphauser Landstraße (Landesstraße 153) und der Bergedorfer Kreuzung von Grund auf saniert werden. Das, so die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG), sei eine gute Chance, am südlichen Ortseingang einen Kreisverkehr anzulegen. Dafür hatte die UWG eine Resolution entworfen, über die nun diskutiert wurde, und zwar schon in der Fragestunde vor der Sitzung. Friedrich-Karl Dreyer, der ehemalige Besitzer des abgebrannten Gasthofs Dreyers Reeg, machte darauf aufmerksam, dass für einen Kreisverkehr etwa 700 Quadratmeter seines ehemaligen Grundstücks benötigt würden. Da er den Eigentümerwechsel des Grundstücks nicht für korrekt halte, sei auch er von den Plänen betroffen. Allerdings, so Andreas Uphoff (SPD), liegt dieses Grundstück auf dem Gebiet von Lilienthal.

Der Durchgangsverkehr in Worpswede steige auf der L 153 (Bremer Landstraße bis Mevenstedter Straße) ständig an, erklärte der UWG-Fraktionsvorsitzende Jochen Semken. Das Überqueren der Landesstraße sei für Fußgänger gefährlich, in Höhe der Music Hall stünden Abbieger von der Findorffstraße nach Hüttenbusch ständig im Stau, und es gebe hohen Verkehrslärm im Ortskern. Deshalb solle der Durchgangsverkehr, vor allem die Lastwagen, über die Bergedorfer Straße geleitet werden, und das könne am wirkungsvollsten mittels eines Kreisverkehrs geschehen – vielleicht gebe es aber auch eine kleinere Lösung.

Am Südausgang von Worpswede treffen drei Seitenstraßen auf den Straßenzug der L 153, die bis zur Kreuzung, aus Worpswede kommend, Bremer Landstraße heißt, dahinter ist es die Worphauser Landstraße. Nach Osten zweigt die Bergedorfer Straße ab, nach Westen die Westerweder und Wörpedahler Straße. Dies seien ideale Voraussetzungen für einen Kreisverkehr. Auch der Landkreis sei dafür. „Aber die Landesstraßenmeisterei ist da wohl nicht so recht motiviert“, vermutete Semken.

Der Antrag auf eine Resolution falle bei allen auf fruchtbaren Boden, erklärte Bürgermeister Stefan Schwenke. Diese Kreuzung mit ihren fünf Armen solle man besser sortieren. Er habe beim Landrat Bernd Lütjen nachgefragt, weshalb das Ziel, einen Kreisverkehr zu bauen, nicht weiterverfolgt werde, und am Tag der Ratssitzung die Antwort erhalten: Ein Kreisverkehr sei eine gute Lösung, schreibt der Landrat, aber man habe ihn bewusst von der Sanierung der K 28 getrennt, da es sich dabei nur um den Ausbau der Fahrbahn ohne die Kreuzungen handele. Die Kreuzung sei auch nicht Bestandteil des Planverfahrens. Was die Sache besonders kompliziert mache, sei der Umstand, dass es dort fünf Baulastträger gebe: die Gemeinden Lilienthal und Worpswede, den Gewässer- und Landschaftsverband, den Landkreis Osterholz und die Straßenbaubehörde Verden. Die Verkehrssicherheit sei garantiert, die Fahrbahn im guten Zustand. Ein Umbau wäre laut der Verdener Behörde nötig, wenn nach der Sanierung der Bergedorfer Straße die Unfallzahlen stiegen, aber das lasse sich erst ab 2019 feststellen. „Ich bitte daher um weitere Geduld“, schloss der Landrat seinen Brief.

„Umso mehr müssen wir die Resolution verabschieden“, fand Andreas Uphoff. Für Bernd Rugen (Die Linke) steht über kurz oder lang sogar die Überlegung an, die Findorffstraße für Lastwagen zu sperren. „Die CDU findet Kreisverkehre auch ganz prima“, schloss sich Wolfgang Wedelich an – was nütze sonst die schönste Ortsumgehung. Sein Fraktionskollege Hans von Helldorff fragte jedoch, wie ein Kreisel allein den Lkw-Verkehr aus dem Ort heraushalten könne. Er fragte, ob es nicht schnellere Lösungen wie Schilder oder Ampel gebe.

Hans Ganten (UWG) meinte, im Kreisverkehr solle die Ausfahrt in die Bergedorfer Straße bevorzugt ausgewiesen werden, und Thomas Conrad (FDP) schlug vor, die Bergedorfer Straße zur Landesstraße und die Findorffstraße/Osterweder Straße zur Kreisstraße zu erklären. Bernd Rugen hatte eine andere Idee für die Zeit, bis der Kreisverkehr gebaut ist: Der Straßenzug Bergedorfer Straße/Worphauser Landstraße solle zu einer abknickenden Vorfahrt ausgebaut werden. Dann müssten Autos, die aus Worpswede in Richtung Lilienthal führen, anhalten, und das werde vielleicht die Fahrer dazu bringen, den Ort über die Bergedorfer Straße zu umfahren. Aber in der Resolution ging es ja nur um den Kreisverkehr, und der wird nun vom Rat einstimmig gefordert.

„Das sind ideale Voraussetzungen für einen Kreisverkehr.“ Jochen Semken

Quelle: Wümme-Zeitung, 17. Dezember 2016

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