Ortsverband Worphausen des Sozialverbandes Deutschland feiert 60. Geburtstag

Lilienthal-Worphausen. Bereits 1919 nahm der Sozialverband, der unter dem Namen Bund der Kriegsteilnehmer und Kriegsbeschädigten gegründet wurde, Frauen in seine Reihen auf. Rudgar Gerber, erster Vorsitzender des Ortsverbandes Worphausen des SoVD, ließ während der Feierstunde am Sonnabend in Gerdes Landhaus zum 60-jährigen Bestehen des Worphauser Ortsverbandes die Geschichte des Sozialverbandes Deutschland Revue passieren.

 

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Für 60 Jahre Mitgleidschaft im Sozialverband Deutschland, Ortsverband Worphausen, wurde die 96-jährige Bettina Bruns von Günter Ramke (von links), rudgar Gerber, Willy Hollatz und hinrich Kück geehrt.

Als einer der ältesten Sozialverbände Deutschlands stieg die Mitgliederzahl in Spitzenzeiten auf 830 000 an. 18 davon waren die Gründungsmitglieder des Ortverbandes Worphausen, der am 15. Oktober 1948 aus der Ortsgruppe Grasberg hervorging. Gerber hieß anlässlich der Jubiläumsfeier Lilienthals Bürgermeister Willy Hollatz, den stellvertretenden Bürgermeister Uwe Kempf, den Landtagsabgeordneten Axel Miesner, Hinrich Kück als Ehrenvorsitzenden des Ortsverbandes, die Vertreter der Sozialverbände sowie die Vertreter der örtlichen Vereine willkommen. Nicht zuletzt dankte der erste Vorsitzende den Mitgliedern des Ortsverbandes, die durch ihre Mitgliedschaft und Teilnahme am Verbandsleben die Ortsgruppe lebendig gehalten haben. Für ihre 60-jährige Mitgliedschaft und Treue erhielt Bettine Bruns, die zu den Gründungsmitgliedern des Worhauser Ortsverbandes gehört, das Jubiläumsabzeichen aus den Händen des ersten Vorsitzenden.

Auf soziale Missstände hingewiesen

Als Kriegsopferverband reagierten die Sozialverbände auf die wirtschaftlichen und sozialen Folgeerscheinungen des Krieges. Willy Hollatz unterstrich die Bedeutung des Sozialverbandes als Sprachrohr derer, die sozial und gesellschaftlich benachteiligt sind. Er wies darauf hin, dass der ehemalige Reichsbund als Anwalt und Ansprechpartner auf soziale Missstände aufmerksam macht und Einfluss auf Sozial- und Gesellschaftspolitik nimmt. Gerade auch in Zeiten der Rezession kommen dem Partner in sozialen Fragen große Aufgaben im Bereich der Beratung und Interessensvertretung zu. Fast genauso wichtig ist aber die Förderung des Gemeinschaftsgefühls, das auch der von Jürgen Ludwigs im Rahmen der Festrede verlesene Jahreskalender des Worphauser Ortsverbandes widerspiegelte. Hollatz dankte dem Ehrenvorsitzenden Hinrich Kück nicht nur für seine langjährige Vorstandsarbeit, sondern auch für sein Engagement im menschlichen Bereich.

Auch Axel Miesner wies auf die besondere Bedeutung des Sozialverbandes in den Nachkriegsjahren hin. Sein Dank galt ebenso wie Willy Hollatz dem ersten Vorsitzenden des Worphauser Ortsverbandes, Rudgar Gerber, der am Freitag das Bundesverdienstkreuz entgegennehmen konnte. Die engagierte, ehrenamtliche Arbeit und die kritische Begleitung führten zu einem Dialog zwischen Politik und Sozialverband, so Miesner, der nicht nur als Landtagsabgeordneter, sondern auch als Mitglied des Worphauser Ortsverbandes des SoVD sprach.

Als Vertreter der AWO und stellvertretender Bürgermeister gratulierte Uwe Kempf zum diamantenen Jubiläum. Das Leben in sozial bewegten Zeiten hervorgerufen durch Finanzkrise und zunehmende Armut und soziale Ungerechtigkeit erklärt den SoVD zu einem modernen und zeitgemäßen Wohlfahrtsverband, der auch in Zukunft seinen Aufgaben gerecht werden wird. Obwohl die Probleme während der Gründungsphase andere gewesen waren, ist die Unterstützung direkt vor Ort nach wie vor wichtig, so Kempf.

Dank für geleistete Arbeit

Für die in den letzten 60 Jahren geleistete Arbeit dankte Günter Ramke, erster Kreisverbandsvorsitzender des Sozialverbandes Deutschland, Kreisverband Osterholz-Scharmbeck. Den Glückwünschen zum 60-jährigen Bestehen schlossen sich 15 Ortsverbände an, deren Grüße Ramke überbrachte. Er regte an, sich bei Sorgen und Problemen an das Kreisbüro zu wenden.

Getreu seinem Motto "Bringe Licht in das Leben anderer" wies Rudgar Gerber darauf hin, dass die Mitmenschlichkeit wieder in den Vordergrund rücken muss.

Jürgen Ludwigs erinnerte in seiner Festrede an die Gründung des Worphauser Ortsverbandes im Landhaus Gerdes vor 60 Jahren. In guter Erinnerung blieb ihm das ehrenamtliche Engagement des damaligen Vorstands, der auch vor Fußwegen nach Osterholz-Scharmbeck nicht zurückschreckte, um die Interessen seiner Mitglieder zu vertreten. Im Gegensatz zu der von ihm zitierten Geschichte des Heimatdichters Heinrich Schmidt-Barrien, half der Ortsverband Worphausen des SoVD beim Verständnis zwischen Vertriebenen und Alteingesessenen.

Musikalisch begleitete Christian Lemke auf dem Akkordeon den Festakt, der mit einem gemeinsamen Mittagessen und gemütlichem Zusammensein bei Tanz in den geselligen Teil der Jubiläumsfeier überging.

Quelle: Wümme Zeitung, 27. Oktober 2008 

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