"Anderen geht es schlechter" ist sein Handlungsmotto

Lilienthal-Worphausen. Ein Leben für das Gemeinwohl - damit lässt sich die Biografie von Rudgar Gerber wohl am treffendsten auf den Punkt bringen. Mit der Verleihung der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland wurde sein unermüdliches Wirken nun vom Bundespräsidenten gewürdigt.

 

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Nur gemeinsam war diesesLebenswerk zu vollbringen: Rudgar Gerber (Mitte) mit Ehefrau Gerda bei der Verleihung der Verdienstmedaille duch Landrat Jörg Mielke.

Familienangehörige, Vertreter der Gemeinde und aus der Politik sowie zahlreiche Wegbegleiter Gerbers hatten sich zur Feierstunde in Worphausen versammelt. Landrat Dr. Jörg Mielke eröffnete diese mit seiner warmherzigen Laudatio und überreichte anschließend die Verdienstmedaille an Rudgar Gerber, der sie sympathisch lächelnd und sichtlich gerührt entgegennahm. In seiner Ansprache stellte Mielke zunächst rhetorisch die Frage, warum ein Staat im Rahmen der Zivilgesellschaft auch Orden verleiht. Als Antwort nahm er einen Aspekt auf, der nach seinen Worten zu dem Geehrten passt. "Wir alle sind der Staat", sagte er und deshalb könne ein Staatswesen nur funktionieren, wenn die Menschen mitwirkten, andernfalls wäre der Staat nur eine leere Hülle. Der Landrat bezeichnete Gerber in diesem Zusammenhang als einen Menschen, der an der Nahtstelle von verfasster Organisation und bürgerschaftlichem Engagement gewirkt hat, denn er sei nicht nur in einem Bereich tätig gewesen.

Bei ihm vereinten sich politische Arbeit und Ehrenamt immer wieder in einer Person und dies "ist der Austausch, den eine Gesellschaft braucht", unterstrich Mielke.

Durch das jahrzehntelange Wirken von Rudgar Gerber zieht sich sein Einsatz für Soziales und das Kümmern um ältere Menschen wie ein roter Faden, hieß es in der Festrede weiter. Mielke nannte die einzelnen Stationen Gerbers, die er als einen "einmaligen Strauß an Verdiensten um das Gemeinwohl" bezeichnete, denn Gerber war nicht nur Mitglied, sondern übernahm Verantwortung, hob der Landrat hervor. So war er in Lilienthal zehn Jahre Mitglied im Gemeinderat und zwei Jahre davon stellvertretender Ratsvorsitzender. Er arbeitete im Seniorenbeirat Lilienthal und brachte die Gründung der Stiftung Amtmann-Schroeter-Haus mit auf den Weg. Gleichzeitig ist er Mitglied der Dorfgemeinschaft Worphausen und hatte dort sieben Jahre das Amt des Vorsitzenden inne. Daneben ist Gerber seit 1991 im Sozialverband Deutschland (SoVD) engagiert. Parteipolitisch betätigte sich Gerber für die CDU auf Gemeinde- und Landkreisebene seit 1990. Weitere jahrelange Aufgaben im wirtschaftlichen und kirchlichen Bereich sowie bei der Bremer Seemannsmission rundeten das Wirken Gerbers ebenso ab wie seine mehrjährige Arbeit als ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht Bremen und am Verwaltungsgericht Stade.

Mielke und die anschließenden Redner stellten im Zusammenhang mit diesem facettenreichen Engagement immer wieder die Frage nach der Regelung des Privatlebens bei den Gerbers und ein großer Teil des Dankes wurde an diesem Vormittag auch gegenüber der Ehefrau, Gerda Gerber, ausgesprochen. Ohne ihre Unterstützung, auch während der gesundheitlichen Probleme des Geehrten, wäre vieles nicht möglich gewesen, schätzten die Redner einstimmig ein. Bürgermeister Willy Hollatz würdigte Rudgar Gerber aufgrund seines vielfältigen Engagements als einen Menschen, "der seines Gleichen sucht" in Lilienthal und dankte ihm persönlich, dass er ein Mensch ist, der seine Erfahrungen weitergibt. Der CDU-Landtagsabgeordnete Axel Miesner lobte die menschliche Wärme, von der die Zusammenarbeit mit Rudgar Gerber immer umgeben war. Hans-Ludwig Demann, Kreisvorsitzender der Senioren Union, zitierte in seiner Ansprache Gerber, der auch immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, mit den Worten: "Mir geht es gut, anderen geht es schlechter." Egon Hastedt überbrachte im Namen der Lilienthaler CDU-Fraktion die Glückwünsche zur hohen Auszeichnung und sagte über Gerber: "Er war unser soziales Gewissen in seiner Zeit in der Fraktion." Dem Reigen der Gratulanten schlossen sich weiterhin Günter Ramke, Kreisvorsitzender des SoVD, und Hinrich Kück vom Ortsverband Worphausen des SoVD an.

Quelle: Wümme Zeitung, 25. Oktober 2008 

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