Lilienthal-Worphausen. Noch müssen Besucher etwas genauer hinschauen, wenn sie in die Worphauser Landstraße 54c wollen. Ab Mittwoch, 18. November, soll das anders sein. Große Schilder am Straßenrand sollen auf das Haus hinweisen. Von 14.30 bis 16.30 Uhr öffnet an diesem Tag erstmals die neue Kleiderkammer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ihre Türen. Womit gleichzeitig das neu geschaffene gemeinsame Domizil der DRK-Ortsverbände Worphausen, Grasberg und Worpswede mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rückt.

 

Fünf ehrenamtliche Helfer betreuen die Kleiderkammer. Sie erwarten künftig jeweils mittwochs zu der vorgenannten Zeit Menschen, die sich in der DRK-Kleiderkammer zu eher symbolischen Preisen einkleiden können. Das kündigt der Lilienthaler DRK-Ortsverbandsvorsitzende Rüdiger Reinicke an.

Die Kleiderkammer ist ein Gemeinschaftsprojekt der Ortsverbände Lilienthal, Grasberg und Worpswede, sagt er. Mit der Bushaltestelle direkt vor der Haustür und Öffnungszeiten, die auf den Busfahrplan abgestimmt sind, soll diese laut Reinicke daher von allen drei Gemeinden aus gut erreichbar sein. Und dass der Bedarf für solch eine Einrichtung vorhanden sei, zeigten die Erfahrungen aus der Kreisstadt.

In den Regalen stapeln sich warme Pullover, Mützen, Schals und Winterschuhe. Frieren muss also keiner. Im neuen DRK-Haus finden sich Kleidungsstücke für alle Altersgruppen. Zwischen 50 Cent und zwei Euro sollen die Kleidungsstücke kosten, sagt die ehrenamtliche Helferin Ilse Uffelmann. Genau wie ihren Mitstreitern Hans-Georg Kruse und Agnes Kruse, Karla Lindemann und Karin Köster geht es ihr darum, sich im sozialen Bereich zu engagieren.

Beim Start der Kleiderkammer hat zudem die Supermarktkette Lidl geholfen. Reinicke erzählt freudig von einer „LKW-Ladung voll werksneuer Bekleidung“. Der Vertriebsbeauftragte aus der Region, Ortwin Gollücke, betonte: Seinem Unternehmen sei es wichtig, in der Region zu helfen. Mit den Tafel-Vereinen bestehe schon eine enge Zusammenarbeit, wodurch „das Grundbedürfnis nach Nahrung“ gestillt werde. Und weil Bekleidung in den Augen seiner Firma ebenso ein Grundbedürfnis sei, sei die Kleidung an das DRK abgeben worden. Gollücke versicherte, dass bei Bedarf weitere Spenden möglich seien.

Nicht nur Firmen sind gefragt. Auch Privatpersonen können Kleiderspenden zu der genannten Öffnungszeit abgeben. Als Qualitätskriterium sagen alle Beteiligten: Bitte nur das, was man auch selber tragen würde. Außerhalb der Öffnungszeiten sind zwei Container vor dem Haus jederzeit aufnahmebereit für Kleiderspenden. Kleidung aus Nachlässen werden vom DRK auch abgeholt, sagt Kruse.

Mit der Kleiderkammer bekommt das Gemeinschaftsprojekt der drei DRK-Ortsverbände ein weithin sichtbares Aushängeschild. Ihr Arbeitsschwerpunkt liege auf der Kinder-, Jugend- und Seniorenbetreuung, sagt Reinicke. Dies sei aber in kleinen Verbänden immer schwieriger umzusetzen. Häufig fehlen ehrenamtliche Helfer. Daher sei beschlossen worden, diese Aufgaben künftig gemeinsam in Angriff nehmen. Mit dem Haus in der Worphauser Landstraße sollte dies auch räumlich unter einem Dach organisiert sein, zudem von da aus die rund 34000 Einwohner des Ostkreises gut erreichbar seien. Das Gefühl der Gemeinschaft habe sich bei den Bereitschaften aus den drei Ortsverbänden schon eingestellt, sagte Reinicke zufrieden.

Vor einem Jahr wurde das Haus gekauft. Nun ist der erste Bauabschnitt fertig. Helle Büros, ein Schulungsraum, Besprechungsräume, eine Werkstatt und die Räume der Kleiderkammer sind entstanden. Der zweite Abschnitt mit einer Halle für den Verpflegungszug und den Katastrophenschutz seien in der Ausführungsplanung, sagt Reinicke. Im Frühsommer soll alles fertig sein und mit einem Tag der offenen Tür den Lilienthalern, Grasbergern und Worpswedern vorgestellt werden.

Quelle: Wümme Zeitung, 13. November 2009 

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