„Oll’n Handwarkers ut Worphusen“ geben sich ein Leitbild und werben erfolgreich Mittel für eine Bauhütte ein

Lilienthal-Worphausen. Das Handwerkermuseum auf dem Worphauser Lilienhof gibt dem alten Handwerk einen festen Platz. Kernstück der Anlage ist ein Bauernhaus, in dem zahlreiche Gewerke für die Nachwelt erhalten werden. Jetzt machen die Handwerker einen nächsten und großen Schritt. Das Museum soll erweitert, und gleichzeitig sollen inhaltliche Weichen gestellt werden.

 

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Das Handwerkermuseum auf dem Lilienhof an der Worphauser Landstraße beherbergt viele Gewerke. An Schautagen und zu den Flohmärkten strömen regelmäßig viele Besucher auf die bäuerliche Anlage. KLG·FOTOS:KLAUS GÖCKERITZ

Das Handwerkermuseum will sich ein Leitbild und ein Konzept geben. „Die Diskussion läuft seit ungefähr zwei Jahren, ich rechne damit, dass wir im Sommer die entsprechenden Beschlüsse fassen“, sagt Museumsleiter Johannes Rehder-Plümpe. Konzept und Leitbild sollen die Arbeit der „Oll’n Handwarkers ut Worphusen“ auf ein sicheres Fundament stellen. Einerseits, um die Nachfolge des Vereins mit seinem hohen Anteil an alten Mitgliedern sicherzustellen. Andererseits, um Fördergelder für die museale Anlage einzuwerben.

Auf Unterstützung von außen haben die Handwarkers in der Vergangenheit verzichtet. „Mit Ausnahme einer Zuwendung aus dem Dorferneuerungsprogramm für Worphausen haben wir bislang alles aus eigenen Mitteln bestritten“, wie Johannes Rehder-Plümpe berichtet. Dieser Abschnitt in der jetzt rund 37 Jahre alten Vereinsund Gruppengeschichte geht zu Ende.

Eine erforderliche Erweiterung des Geländes und eine sichere Zukunft sind nur mit Unterstützung von außen zu realisieren. Deshalb haben die Handwarker in vielen Sitzungen in einer Zukunftswerkstatt über ihr Konzept und die Ausrichtung gesprochen. Die Ergebnisse sollen im Juni in ein entsprechendes Papier einfließen, das dem Landschaftsverband Stade als Grundlage zur Zertifizierung von Museen dient. Das Zertifikat wiederum ist auch Grundlage für die Worphauser, um an Fördertöpfe zu gelangen.

120000 Euro Förderung

Auf dem Weg in die museale Zukunft hat der Verein jetzt einen bedeuten Schritt gemacht. Die Worphauser erhalten für die Errichtung einer stattlichen Bauhütte auf ihrem Grundstück eine Komplettförderung in Höhe von 120000 Euro. Das Geld wird über das Amt für Landentwicklung verteilt. Die Förderung verteilt sich zur Hälfte auf die Europäische Union und zu je einem Viertel auf den Landkreis Osterholz und die Gemeinde Lilienthal. Die Bauhütte soll das museale Konzept erweitern und abrunden. In dem Scheunengebäude in Holzständerbauweise mit zehn Metern Spannweite sollen museale Gerätschaften im laufenden Betrieb aufgearbeitet und saniert werden. Der Grundstein soll kurzfristig gelegt, der Bau spätestens im Jahr 2013 eingeweiht werden. Zu diesem Zeitpunkt läuft die Förderung aus, wie der Museumsleiter in diesem Zusammenhang mitteilt.

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Johannes Rehder- Plümpe (links) hat bei einer privaten Feier auf Geschenke verzichtet. Einen Betrag in Höhe von 777,77 Euro überreichte er jetzt als „Anschubfinanzierung“ für die Bauhütte an Lübbo Schmidt und Marion Hinrichs vom Handwerkerverein. KLG

Ein erstes Exponat haben sich die Handwarker bereits gesichert. In Gesprächen mit der Gemeinde wurde vereinbart, dass die ehemalige Falkenberger Mühle, die dem Straßenbau in Falkenberg zum Opfer fallen wird, abgetragen und in der Bauhütte auf dem Gelände des Handwerkermuseums aufbereitet und mittelfristig wieder aufgebaut wird.

Auch um solche Projekte zu realisieren, haben sich die Handwarker ein Leitbild und ein Konzept gegeben. Darin steht ferner, dass sich die Einrichtung in Worphausen vernetzen und weiter öffnen will. So soll das Museum mit altem Handwerk den Schülern ebenso offen stehen wie zum Beispiel der Kinderakademie der Lilienthaler Bürgerstiftung.

Quelle: Wümme Zeitung, 5. Mai 2010 

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