Gewerkeschau zeigt neue Errungenschaft der Oll'n Handwarkers

Lilienthal-Worphausen. Nicht nur altes Handwerk zu erhalten, sondern es auch zu pflegen, ist eines der Prinzipien der Oll'n Handwarkers ut Worphusen. Der Verein hat in den vergangenen Jahren in seinem Handwerkermuseum schon einige alte Berufszweige ausgestellt. Das Handwerk der Hutmacher, Seiler und Schuhmacher lebt hier wie auch das historische Fernmeldehandwerk fort. Jetzt kann der Verein auch eine Druckerpresse sein eigen nennen. Besucher hatten jetzt Gelegenheit, das 4,5 Tonnen schwere Gerät zu bewundern.

 

"Wir brauchten einen Kran, um die Presse hier auszuladen", erzählt Johannes Rehder-Plümpe vom Handwerkermuseum der Museumsanlage Lilienhof. Jetzt steht sie im ehemaligen Pferdestall. Die mannshohe Presse ist gut zwei Meter lang und auch fast so breit. Ein Schwergewicht mit 4,5 Tonnen, das den Transport aus Bremerhaven nicht ganz so einfach ablaufen ließ. Mit Schwerlastrollen wurde das letzte Stück des Weges vom LKW zum jetzigen Standort bewältigt. "Wir hatten Glück, dass wir auf sie aufmerksam wurden, denn sonst wäre sie verschrottet worden", ergänzt Rehder-Plümpe. Die neue Errungenschaft hat auch gleich ein Fachpublikum angezogen. Aus Worpswede ist das Ehepaar Heidi und Volker Sikora gekommen, aus Bremen ist Jan Gaede, gelernter Schriftsetzer und Journalist, auf die Maschine neugierig geworden. Zusammen stehen sie im Museum. "Das ist eine sogenannte Schnellpresse", weiß Gaede. Schnell kommen die Fachleute miteinander ins Gespräch, Erinnerungen an das Arbeitsleben werden wach gerufen.

Heidi Sikora war früher "Anlegerin", sie musste noch die einzelnen Blätter für den Druck bereitlegen. Ihr Mann, der lange als Drucker gearbeitet hat, ist mehr an den technischen Details interessiert. "Bei dieser Presse wird das Blatt automatisch angezogen", stellt er mit fachmännischem Blick fest. Auch Peter Elze, Gründer des Worpsweder Verlages, gesellt sich zu den Interessierten und stellt gleichsam sofort mit Kennerblick fest: "Das ist eine Stoppzylinderpresse." Das Formbett, auf dem die Lettern für den Buchdruck in einem Rahmen liegen, rollt zurück, während die Walze stoppt. Rehder-Plümpe ist begeistert von den Fachleuten, eifrig notiert er Adressen, denn die Schnellpresse aus dem Jahr 1955 mit Namen Albert Automat aus Frankenthal soll nicht nur als Beispiel für den Buchdruck im Museum stehen, sondern auch irgend wann einmal die alte Technik des Druckes vorführen.

Quelle: Wümme Zeitung, 30. September 2011 

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