Heute stellen sie im Schulausschuss die ersten Ergebnisse vor / Eltern kritisieren Fragebogen

Es könnte heute eng werden im Sitzungssaal des Rathauses. Dort tagt an diesem Dienstag, 21. Oktober, ab 18 Uhr der Ausschuss für Schule, Sport und Freizeit. Im Fachausschuss des Gemeinderats geht es nur um ein Thema: die Zukunft der Grundschulen in Lilienthal. Weil die Schließung von kleinen Schulen nicht ausgeschlossen ist, interessiert das Thema viele Eltern und andere Bürger in Seebergen, Worphausen und St. Jürgen brennend. Doch auch bei Eltern in Lilienthal-Mitte und Falkenberg ist das Interesse groß. So klagen Elternvertreter der Schroeterschule und der Grundschule Trupermoor darüber, dass die jahrelange Diskussion über die Zukunft der Schulen notwendige Investitionen blockiert.

Auf der Tagesordnung steht das Konzept für die künftige Struktur der Grundschulstandorte in Lilienthal. Seit mehreren Monaten inspizieren und bewerten Experten der Bonner Projektgruppe Bildung und Region (Biregio) die sechs Grundschulen in Lilienthal. Die Eltern aller Schüler der Klassen eins bis vier bekamen Fragebögen mit 41 Fragen, die sie bis zum 1. Oktober beantworten sollten. Die Ergebnisse ihrer bisherigen Arbeit sollen die Schulentwickler heute im Rathaus vorstellen. Ihr Auftrag besteht darin, eine Entscheidungsgrundlage für die Politiker zu liefern.

Lohnt es sich, alle Schulstandorte zu erhalten, obwohl die Schülerzahlen mittel- und langfristig sinken? Lohnt es sich, ein, zwei oder gar drei Grundschulen zu schließen und dafür eine größere Schule zu bauen? Macht es Sinn, alte Schulbauten mit hohen Investitionssummen zu sanieren oder spricht mehr für einen noch teureren Neubau, der aber später mit weniger Heizkosten und anderen Nebenkosten auskommt? Auf solche Fragen soll die Arbeit der Wissenschaftler Antworten geben. Sie bewerten auch die pädagogischen Konzepte der Schulen und ihren Stellenwert für den Ortsteil.

Heute sollen die Biregio-Experten im Schulausschuss ihre Zwischenergebnisse präsentieren. „Ich bin genauso gespannt wie alle anderen“, sagt der Fachbereichsleiter im Rathaus, Jürgen Weinert. „Wir haben bislang noch keine schriftlichen Unterlagen bekommen.“ Doch haben sich die Bonner in den vergangenen Wochen und Monaten ein Bild von der Lilienthaler Schullandschaft gemacht. „Die sind durch alle Schulgebäude gegangen“, sagt Weinert. „Es haben auch Gespräche mit den Schulleitungen stattgefunden.“ Der Auftrag der bundesweit agierenden Wissenschaftler ist klar: Sie sollen so viele Fakten, Einschätzungen und Bewertungen liefern, dass die Politiker die im Detail zu untersuchenden Varianten bestimmen können. Bisher gibt es nach Weinerts Worten zehn unterschiedliche Szenarien. Sie alle bis ins Detail zu untersuchen, wäre Geld- und Zeitverschwendung. Deshalb sollen vier oder fünf Szenarien herausgefiltert werden, die die Biregio-Mitarbeiter dann intensiv untersuchen und vergleichen.

Aus Elternkreisen kommt schon mal Kritik an der Arbeit der Experten. Der Fragebogen sei „ein einziges Ärgernis für die Außenbereiche“, klagt Ina Czelk, Elternvertreterin in Worphausen. „Befragt wurden leider nur Grundschuleltern und nicht insbesondere auch Eltern der jüngeren Kinder.“ Eltern und andere interessierte Bürger in Worphausen, Seebergen und Frankenburg hätten große Zweifel an der Qualität der gestellten Fragen. Sauer aufgestoßen sind die auch anderen Eltern. Sie sollten zum Beispiel ankreuzen, was ihnen wichtiger ist: die Qualität der Grundschule oder ihre Wohnortnähe. In der Sitzung wollen Elternvertreter kritische Fragen zur Untersuchung stellen. Das können sie schon zu Beginn in der Fragestunde tun.

Quelle: Wümme-Zeitung, 21. Oktober 2014

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