Bistum Hildesheim kündigt Streichung der Zuschüsse an

Lilienthal-Worphausen. Vor gut 37 Jahren richtete das Bistum Hildesheim das Niels-Stensen-Haus in Worphausen ein. Seither dient die Einrichtung als Begegnungs- und Bildungsstätte mit ökumenischer Ausrichtung und breit gefächertem Angebot. Vereine, Verbände und Interessengemeinschaften nutzen das Niels-Stensen-Haus ganzjährig für mehrtägige Seminare, Gottesdienste, Musikveranstaltungen und Ausstellungen. Nun droht dem Haus die Schließung.


Grund: Die finanziellen Zuschüsse des Bistums Hildesheim von jährlich 461000 Euro sollen ab dem Jahre 2005 gestrichen werden. "Wir haben diese Nachricht am 16. Oktober erhalten und können bis Anfang Dezember Stellung zu diesem Vorhaben beziehen", teilte Dr. Stefan Scheld, Leiter des Niels-Stensen-Hauses, jüngst auf einer Pressekonferenz mit. "Wir sind bestürzt und enttäuscht, mit welcher Brutalität die Sparmaßnahmen angekündigt worden sind", kritisierte Scheld die kurzfristig vermittelten Radikalkürzungen des Bistums.
Sein Haus sei mit einer Auslastung von 66 Prozent sehr erfolgreich, so der Leiter, der die Schließung der Einrichtung für einen großen Fehler hält. 628853 Euro im Jahr erwirtschafte das Niels-Stensen-Haus-Team selbst. Hinzu kämen Zuschüsse vom Land nach dem Niedersächsischen Erwachsenenbildungsgesetz. Doch ganz ohne finanzielle Hilfe des Bistums ließe sich der Betrieb im Niels-Stensen-Haus nicht aufrecht erhalten, errechnete Scheld.
Er habe durchaus Verständnis für Sparvorhaben bei voraussichtlichen sinkenden Kirchensteuereinnahmen. Doch er versteht nicht, warum das Bistum gerade an einer Einrichtung sparen will, die im Gegensatz zu den meisten kirchlichen Einrichtungen zunehmend nachgefragt wird.
Insgesamt 29 Arbeitsplätze wären von der Schließung betroffen, die Scheld nun abzuwenden versucht. Seine Strategie lautet: Kosten im eigenen Haus senken, eigene Einnahmen durch Erhöhung der Kursusgebühren aufstocken und eventuell andere Ministerien als Geldgeber gewinnen.
"Wir werden neue Schwerpunkte in unseren Angeboten setzen müssen", kündigte der promovierte Theologe Neuerungen an. Angebote für Familien und der Ausbau der Militärseelsorge wären mögliche Bereiche, die sich als Kernkompetenz ausbauen ließen.
Letztendlich wird der Leiter der Bildungseinrichtung der katholischen Kirche dem Bistum Hildesheim mit der Bitte um eine Weiterführung des Niels-Stensen-Hauses finanziell entgegenkommen. Mit einer konsequenten Umstrukturierung ließe sich die Einrichtung auch mit einem weitaus geringen Zuschuss weiterführen, errechnete Scheld.
"Eine erste Zielvorstellung liegt bei einer Reduzierung des Bistumszuschusses auf jährlich 102000 Euro vor beziehungsweise 220000 Euro nach Abschreibungen", so der Theologe. Ob sich Hildesheim auf diesen Deal einlässt, bleibt abzuwarten. Noch in diesem Jahr soll die Entscheidung über Rettung oder Schließung des Niels-Stensen-Hauses fallen.

Quelle: Wümme Zeitung, 7. November 2003, Petra Scheller

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