Lilienthal-Worphausen. Mancher Anwohner im Wohngebiet zwischen Kiefernweg und der Straße Alte Eichen mag aufatmen: Die Zeit der angeknabberten Holzfenster scheint vorbei. Für andere Nachbarn aber stehen Sorgen im Vordergrund. Der wild lebende Graupapagei, der sich etwa im Juni 2012 in Worphausen eingenistet hatte, ist verschwunden. Zuletzt wurde er um die Weihnachtstage beobachtet, seitdem fehlt von dem Tropenvogel jede Spur.

Sein Verschwinden ist genauso rätselhaft wie sein Erscheinen, beides konnte trotz zahlreicher Nachforschungen bislang nicht geklärt werden. In den eineinhalb Jahren in Worphausen brachte es der Vogel zu einiger medialer Bekanntheit. Bis ins fränkische Forchheim reichte sein Ruf. Von dort reiste eine Halterin an, der ein Vogel, auf den die Beschreibung des Worphauser Freifliegers zutraf, entflogen war. Aber auch diese Spur verlief im Sand.
Der Graupapagei fühlte sich offenbar pudelwohl: Er wurde gefüttert und musste einen gut geschützten Schlafplatz gefunden haben, denn den vergangenen, strengen Winter überstand der Exot trotz des für ihn völlig ungewohnten Klimas unbeschadet. Und er erwies sich als äußerst schlau und wachsam. Sämtliche Versuche, ihn einzufangen, scheiterten kläglich. Da Graupapageien unter Artenschutz stehen, verbot sich ein Abschuss sowieso, auch wenn diverse Anwohner Schäden an ihren Fensterrahmen, die das Tier zernagte, beklagten. Eigentlich also beste Aussichten auf ein langes Leben in Freiheit, zumal die bislang milden Temperaturen in diesem Jahr die Chancen noch verbesserten.
Was dem Papagei zugestoßen sein könnte, darüber gibt es nur Spekulationen. Freiwillig wird er sein Revier nicht verlassen haben. Am wahrscheinlichsten sei wohl, dass er von einem Greifvogel erlegt worden sei, vermuten Anwohner wie Ilse Gehrmann. Schon einmal hatten sie und ihr Mann beobachtet, dass er von einem Bussard attackiert worden war und dabei eine blutige Verletzung davon getragen hatte. Seitdem fehlte ihm eine Zehe.
Den Gehrmanns vermissen den Papagei, und sie machen sich Sorgen. Vor allem hätten sie zumindest gerne Gewissheit, was dem Vogel zugestoßen ist. Sollte er gefunden werden, ließe sich vermutlich auch anhand der Beringung seine Herkunft klären.

Quelle: Wümme-Zeitung, 22. Januar 2014

Unsere Sponsoren

Diese Internetseite verwendet an mehreren Stellen sogenannte Cookies. Sie dienen dazu, unser Angebot nutzerfreundlicher, effektiver und sicherer zu machen. Die meisten der von uns verwendeten Cookies sind sogenannte „Session-Cookies“. Sie werden nach Ende Ihres Besuchs automatisch gelöscht. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie Sie sie löschen können erfahren Sie in unseren Datenschutzerklärungen.

  Ich akzeptiere Cookies von dieser Seite.
EU Cookie Directive Module Information