Grundschule Worphausen wählt gesundes Essen

In der Grundschule Trupermoor schmeckt den Kindern das Essen der Diakonischen Behindertenhilfe. In Worphausen herrscht Unzufriedenheit. Die Schule wechselt von Maribondo zum Niels-Stensen-Haus.


Lilienthal. Den Trupermoorer Kindern schmeckt das Essen, das die Freundliche Küche der Diakonischen Behindertenhilfe mittags liefert. Schüler, Eltern und Lehrer sind zufrieden mit der warmen Mahlzeit. Anders fällt das Urteil in den Grundschulen Falkenberg und Worphausen aus. Dort liefert die Küche der Maribondo-Stiftung das Mittagessen. In Worphausen ist die Unzufriedenheit so groß, dass die Ganztagsschule nach Elternbefragungen den Anbieter wechselt. Nach den Sommerferien bringt die Küche des Niels-Stensen-Hauses ein Zwei-Gänge-Menü mit Biokost. Im Schulausschuss beglückwünschten die Grüne Meike Artmann und die CDU-Frau Tanja Ruczynski die Worphauser zu ihrer Entscheidung.

Im Rathaus ist Rüdiger Reinicke der Fachmann für die Schulen. Er kennt die Klagen über die Verpflegung. „Es gibt immer mal Unzufriedenheit, wenn den Kindern bestimmte Dinge nicht schmecken“, erklärte er den Politikern am Dienstagabend im Rathaussaal. Dann wechselt die Schule den Caterer, das ist nach Reinickes Worten nichts Ungewöhnliches. Die Gemeinde schließt die Verträge immer nur für ein Jahr ab, mit drei Monaten Kündigungsfrist. „So können wir auf Wunsch der Schulen schnell reagieren.“

Die Grüne Meike Artmann, die im Schulausschuss den Vorsitz führt, hatte dafür gesorgt, dass das Thema auf die Tagesordnung kam. Die Trupermoorer Grundschule meldete eine große Zufriedenheit mit dem Essen. 98,2 Prozent der Ganztagsschüler nutzten den Mittagstisch der Freundlichen Küche: Die Zahl spreche für sich. Seit dem vergangenen August sind die beiden Grundschulen in Trupermoor und Worphausen Ganztagsschulen mit Nachmittagsbetreuung. Weil die Mensa nicht rechtzeitig fertig wurde, aßen die Trupermoorer Kinder in den ersten zwei Monaten des Schuljahres im Hotel Rohdenburg (wir berichteten).

Die Freundliche Küche der Diakonischen Behindertenhilfe beliefert die Trupermoorer Schule schon seit fünf Jahren mit einer warmen Mahlzeit. Bevor der Ganztagsbetrieb begann, hatte der Schulverein eine Nachmittagsbetreuung organisiert. „Wir haben fünf Jahre Erfahrung mit der Freundlichen Küche“, erklärte Anja Behrens. Zwei Gerichte zur Auswahl gebe es nicht, und damit sei die Schule gut gefahren. „Sonst gucken die Kinder auf das Essen von anderen und sagen: Das will ich auch.“ Die Trupermoorer setzen weiter auf die Freundliche Küche der Behindertenhilfe.

90 Prozent der Eltern wollen Wechsel

In Worphausen ist die Unzufriedenheit so groß, dass sich die Eltern in Befragungen mit 90 und 96 Prozent für einen Anbieterwechsel ausgesprochen haben, obwohl der Preis der Mahlzeit von drei auf 3,50 Euro steigt. Das Essen der gemeinnützigen Teufelsmoor-Gastronomie GmbH der Maribondo-Stiftung wollen Kinder und Eltern nicht mehr. „Gemecker“ habe es immer mal wieder gegeben, betonten zwei Elternvertreterinnen. Die Klagen seien lauter geworden. Mal sei das Essen kalt gewesen, mal das Gemüse matschig.

So wurde der Elternrat aktiv. Es gab ein Probeessen im Niels-Stensen-Haus, das alle überzeugte, mit Biokost aus eigenem Anbau und Fleisch von regionalen Erzeugern. Ab August wird es täglich ein Vollkostmenü und ein vegetarisches Gericht geben, dazu wechselweise Salat oder Gemüse und Dessert. Die Stiftung Leben und Arbeiten bringt das Essen in Wärmebehältern auf kurzem Weg: 800 Meter sind es vom Niels-Stensen-Haus bis zur Grundschule. Zum Vergleich: Die Teufelsmoor-Gastronomie ist gut 18 Kilometer entfernt.

60 bis 80 Prozent der Eltern in Worphausen beteiligten sich an der Umfrage, zunächst mit Namen und dann noch mal anonym, doch die Ergebnisse waren eindeutig. „Zwei wollten bei Maribondo bleiben, alle anderen wollten wechseln“, erklärten die Elternvertreterinnen. Im Vorstand des Schulvereins gab es ein einstimmiges Votum für die Biokost des Niels-Stensen-Hauses.

Die Grüne Meike Artmann und die Christdemokratin Tanja Ruczynski waren beeindruckt. „Toll, wie Sie die Eltern mitgenommen haben“, meinte Artmann. Die Biokost sei eine gute Alternative. Das Niels-Stensen-Haus sei ein Schatz, schwärmte Ruczynski. „Das ist ein Essen, was im Dorf gekocht und im Dorf gegessen wird.“ Sie fände es „wunderbar“, wenn die Stiftung Leben und Arbeiten nach dem Neubau der Schroeterschule auch Lilienthals größte Grundschule mit ihren Biomahlzeiten versorgen könnte.

Der CDU-Mann Paul Kiehn meldete sich zur Ehrenrettung von Maribondo. In der Schulleiterrunde habe er gehört, dass das Essen der Teufelsmoor-Gastronomie der Maribondo-Stiftung nicht schlecht gewesen sei, es habe auch Zufriedenheit gegeben. Die gibt es nach den Worten von Rüdiger Reinicke in der Grundschule Falkenberg. Auch sie wird von Maribondo mit dem Mittagessen versorgt. „Der Caterer bereitet das Essen frisch zu, liefert es in Wärmebehältern frei Haus und holt Reste wieder ab“, erklärte der Abteilungsleiter im Schulausschuss. Täglich würden ein Vollkostessen und ein vegetarisches Gericht angeboten. Vereinzelte Mängel würden in der Regel sofort besprochen und abgestellt.

Andrea Schwarz, Lehrerin in Falkenberg, wunderte sich über die positive Bewertung. Mal sei das Essen der Teufelsmoor-Gastronomie „richtig lecker“ gewesen, manchmal habe es überhaupt nicht geschmeckt. „Was mir fehlt, sind mehr frische Sachen und knackigeres Gemüse. Die gleichen Probleme, die Sie in Worphausen haben, haben wir mit Maribondo auch.“ Eltern und Schule hätten schon überlegt, zur Freundlichen Küche zu wechseln, doch angesichts der gravierenden Personalprobleme sei der Gedanke nicht weiter verfolgt worden.

Quelle: Wümme-Zeitung, 31. Mai 2017

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