Handwerkermuseum auf dem Lilienhof

Lilienthal. Das Handwerkermuseum auf dem Worphauser Lilienhof  bewahrt die Erinnerung an das alte Handwerk.  Der rund 130 Mitglieder starke Verein  bietet Kurse an, trägt Maschinen und  Werkzeuge zusammen, öffnet seine Türen mehrmals im Jahr für die Öffentlichkeit  und arbeitet gleichzeitig an der Zukunft.  Dabei  verlassen  sich die Handwarkers auf eigene Fähigkeiten, kooperieren aber auch mit  anderen Unterstützern, etwa mit einer Stiftung aus Delmenhorst, die den Worphauser Verein mit mehreren Tausend Euro bedacht hat.

„Wir haben an die Heinz-Wieker-Stiftung in Delmenhorst geschrieben, unser Projekt geschildert und rund 7000 Euro für die Bepflanzung unseres Geländes erhalten“, freuen sich die Vorstände Johannes Rehder-Plümpe und Doris Kraux  über  die Zuwendung der Stifter.  Mit dem Geld werden auf dem weitläufigen Gelände rund um das  Museum  verschiedene Bäume und Sträucher  gesetzt. Die Liste  umfasst  Obstbäume und Rhododendren ebenso wie Kletterpflanzen und rund 200 Sträucher und Stauden.

Pflanzen als Windbremsen

Ziel  sei,  das Vereinsgelände landschaftstypisch  zu gestalten und  dem offenen Gelände eine Struktur zu geben. Gleichzeitig sollen   mit den Anpflanzungen auch Windbremsen geschaffen werden, die an unterschiedlichen Stellen Windschutz  gewähren, wie die Gartenexpertin Frauke Bremermann von den Oll’n Handwarkern erklärt. Das  Pflanzprojekt  startete im vergangenen November und soll jetzt abgeschlossen sein.

An der Pflanzaktion  ist auch eine Gruppe junger Menschen der anthroposophischen  Pflegeeinrichtung „Leben und Arbeiten“ beteiligt. Die Nachbarn aus dem ehemaligen Niels-Stensen-Haus an der Worphauser Landstraße waren mit Spaten und Schaufel angerückt, um den Pflanzplan  abzuarbeiten. Gartenarbeit spielt in der heilpädagogischen Ausrichtung eine bedeutende Rolle. „Die jungen Leute sind mit großem Interesse bei der Sache und durchlaufen eine interne Qualifikation, unsere Gruppe ist derzeit 13 Personen stark“, erklärt Reinhard Schmidt von der Einrichtung Leben und Arbeiten. Das Handwerkermuseum kann sich auf eine Fortsetzung der Unterstützung einstellen. Ein Jugendlicher der Gruppe hat sich bereit erklärt, die jungen Pflanzen im Frühjahr und Sommer zu gießen.

Die Gestaltung des 7500 Quadratmeter großen Geländes des Handwerkermuseums ist damit aber noch nicht abgeschlossen. Vor einigen Tagen hat der Lions-Club Lilienthal, Worpswede, Grasberg eine vorbereitete Fläche mit Ahorn, Vogelbeerbaum und Hainbuchen bepflanzt. Die Lions setzen damit ein im Jahr 2000 begonnenes nachhaltiges Aufforstungsprogramm in der Region fort. In der Vergangenheit war der Verein unter anderem an der Lilienthaler Entlastungsstraße aber auch in Südwede und Rautendorf unterwegs.   

Die Handwarkers haben weitere Pläne mit ihrem durch Erbpacht langfristig gesicherten Gelände. Derzeit dienen noch zwei Überseecontainer  als Lagerschuppen für Gerätschaften und Rasenmäher. Die Stahlboxen sind zwar praktisch, passen aber nicht zum Ambiente des Fachwerkmuseums  und der benachbarten hölzernen Bauhütte. Deshalb sollen sie verschwinden. Das kündigt Kassenchef Lübbo Schmidt an. Der Abbau komme den Sichtachsen zugute und schaffe Platz für eine zusätzliche Erweiterung des Angebots.

Auf dem Gelände soll eine kleine Schmiedehütte entstehen, in der altes Handwerk  anschaulich und bei offenem Schmiedefeuer  gezeigt und betrieben wird. Eine Bauvoranfrage an die Gemeinde sei gestellt, die Zeichen für eine Genehmigung der rund 50 Quadratmeter großen Hütte stünden günstig, so Rehder-Plümpe. Die Schmiedehütte will der Verein ebenso aus eigenen Mitteln finanzieren wie den weiteren Ausbau der Bauhütte.

Der Rohbau des ungleich größeren Projekts Bauhütte ist, wie in unserer Zeitung ausführlich berichtet, mit EU-Mitteln aus dem Leaderprogramm finanziert und realisiert worden. Inzwischen steht der Rohbau. Der Innenausbau sei angelaufen und werde Schritt für Schritt fortgesetzt, berichtet Lübbo Schmidt. Ob die Arbeiten in diesem Frühjahr komplett abgeschlossen werden, hängt  auch von den personellen Kapazitäten des Vereins ab.

Fest steht, dass in der fertigen Bauhütte Kurse an Metalldrehbänken und  Drechselbänken angeboten werden und Teile der ehemaligen Falkenberger Mühle aufgebaut werden sollen. Dabei sollen grundsätzlich auch Kinder und Jugendliche angesprochen werden, um sie für das Handwerk zu begeistern, wie die Vorstände der Oll‘n Handwarkers betonen.

Sicher ist ferner, dass die rund 15 Gewerke im Handwerkermuseum neu geordnet und präsentiert werden sollen. Klar ist außerdem, dass die Saison in diesem April eröffnet wird. Für Sonntag, 23. April, lädt der Verein zum Gewerke-Schautag auf dem Lilienhof in  Worphausen ein. Geöffnet ist die Anlage von 11 bis 18 Uhr, der Eintritt ist wie immer frei.

Quelle: Wümme-Zeitung, 12. April 2017

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