Der Wurzelkindergarten in Worphausen feiert Anfang Mai sein Frühlingsfest

Lilienthal. 25 Jahre lang wünschten sich Worpsweder einen an der Waldorfpädagogik orientierten Kindergarten. Vor zehn Jahren nahmen Eltern und Großeltern es in die Hand und gründeten mit dem Wurzelkindergarten Worphausen eine Initiative für Waldorfpädagogik in Lilienthal, Grasberg und Worpswede. Mit dem Niels-Stensen-Haus sind sie im Laufe der Jahre eng zusammengewachsen „Das ist unser kleines Dorf mit Bäcker“, sagt Jaqueline Schmidt, pädagogische Leiterin des Wurzelkindergartens Worphausen.

Wichtiger Bestandteil der pädagogischen Arbeit sind Jahreszeitenfeste. Für den 7. Mai lädt der Wurzelkindergarten daher von 14 bis 17 Uhr Eltern, Kinder und andere Interessierte zum Frühlingsfest ein. Es gibt von Eltern der Kindergartenkinder gebackenen Kuchen und Herzhaftes. Eine Auswahl an anthroposophischen Kinderbüchern und pädagogischer Literatur zur Kindsentwicklung bringt die Bremer Morgensternbuchhandlung mit. Reigentänze, gemeinsames Singen, Stockbrotbacken am Lagerfeuer und Plastizieren in der Töpferwerkstatt sind Inhalte des Frühlingsfest-Programms. Jeder Besucher darf ein von ihm mit einem Samen bepflanztes Töpfchen mit nach Hause nehmen, um das Wachsen der Pflanze erleben zu können. Denn das ist eines der pädagogischen Prinzipien, die im Waldorfkindergarten gelebt werden.

Milchreis am Montag

Sinneserfahrungen beginnen im Worphauser Wurzelkindergarten schon vor dem Frühstück. Denn die Küche, in der das Frühstück vorbereitet wird, ist Herzstück des Gruppenraums. Riechen, schmecken und naschen gehören bei der Frühstücksvorbereitung dazu. „Und auch die Feststellung, dass nicht jede Möhre gerade ist“, fügt Rainer Stelten vom geschäftsführenden Vorstand hinzu. Montag ist immer Milchreistag, dann gibt es noch einen Knäckebrot-, Hirsebrei-, Müsli- und Brötchenbacktag. „Rhythmus und Wiederholung“, erklärt Jaqueline Schmidt, „bringen Sicherheit.“

„Böckchen Brüse“ heißt das Puppenspiel, das während des Frühlingsfests in den Räumen der Kinderkrippe aufgeführt wird. Naturmaterialien und selbst gemachte Puppen sind hier die Hauptdarsteller. Sie zeigen das pädagogische Konzept, in dem mit einfachen Mitteln natürlicher Art Sinneserfahrungen gemacht werden. Tücher, Leitern, Bretter, Taue und Bänder statt Brettspielen, Plastikautos und Playmobilfiguren liegen in den Holzkisten im Gruppenraum. „Die Kinder dürfen für ihr Spiel auch Mobiliar verbauen“, sagt Rainer Stelten über das pädagogische Konzept, in dem Rollen- und Phantasiespiele einen großen Stellenwert haben. Und so wird aus kleinen Stühlchen leicht mal ein Zug oder ein Autobus.

„Wir versuchen, alles, was mit Natur zu tun hat, in den Kindergarten hinein zu bringen“, sagt Jaqueline Schmidt und weist auf die auf der Fensterbank stehenden Pflanzschalen. In die haben die Kinder Ostergras und Kresse gesät. Durch Vorbilder und Nachahmung lernen Kinder. „Wir sind selber tätig, und die Kinder machen total gerne mit“, beschreibt Jaqueline Schmidt die Gartentage des Wurzelkindergartens, bei denen Eltern, Erzieher und Kinder im großen Außenbereich gemeinsam für Ordnung sorgen.

Im Worphauser Wurzelkindergarten gibt es eine Krippe für zehn Kinder im Alter von ein bis drei Jahren und eine Kindergartengruppe für 20 Kinder bis zum Schulkinderalter. Zwei frei zu vergebende Plätze für Kinder aus der Region sind für das kommende Kindergartenjahr noch frei.

Quelle: Wümme-Zeitung, 13. April 2017

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